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Die Finanzkrise hat mittlerweile auch das Emirat Dubai schwer gebeutelt, Auswirkungen hat dies vor allem auf den Immobilienmarkt. So führt der aktuelle Mangel an frischem Kapital zu einer weitgehend sichtbaren Einstellung der Bautätigkeit in Dubai. Die auf Anlegerschutz spezialisierte Kanzlei KWAG bietet Dubai-Investoren eine Anlaufstelle, um sich über Hintergründe und Fortschritt des jeweiligen Bauprojekts zu informieren. Es folgt die Markteinschätzung der Kanzlei:
Problemlösung vor Ort
Das Angebot richtet sich insbesondere an Anleger geschlossener Immobilienfonds als auch an Käufer von Immobilieneinheiten. „Ausländische Investoren stehen häufig vor dem Problem, verlässliche Auskünfte zum Stand und Fortgang der Bauprojekte zu bekommen", sagt Jens-Peter Gieschen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. „Über unsere arabischstämmigen Mitarbeiter und das gewachsene Netzwerk vor Ort sind wir in der Lage, diesem Missstand abzuhelfen."
Die letzten Monate hätte man dazu genutzt, enge Kontakte zu einheimischen und zugereisten Experten in den Vereinigen Arabischen Emiraten zu knüpfen. Die eigenen Mitarbeiter seien regelmäßig mehrere Tage im Monat vor Ort. „Von Fonds- und Immobilienanbietern werden häufig nichtssagende Informationsschreiben mit vielen bunten Bildern und blumigen Sachstandsberichten versandt, wir dagegen sind in der Lage den Anlegern Fakten und Entscheidungsgrundlagen zu liefern“, so Gieschen.
Großprojekte: Die Maschinen stehen still
Dabei bietet KWAG nicht nur die Überwachung des bereits investierten Kapitals sondern auch Recherche vor einer Investitionsentscheidung. Gieschen weiter: „Wir befinden uns derzeit im Aufbau einer Internetplattform, auf der wir zukünftig alle relevanten Informationen sowohl zu einzelnen Projekten, wie auch zu Anbietern, Vertragspartnern und Rechtsquellen zur Verfügung stellen werden. Die VAE bleiben ein spannender Markt für Investitionen. Allerdings gilt es auch hier, Risiken zu begrenzen.“
Nahezu täglich finden sich neue Hiobs-Botschaften über ins Stocken geratene Immobilienprojekte. Prominentes Beispiel ist etwa die künstliche Inselwelt “The Palm Jumeirah”, auf der US-Tycoon Donald Trump gemeinsam mit der staatlichen Entwicklungsgesellschaft Nakheel einen Hotelkomplex und hunderte von Luxusvillen errichten wollte. Doch die Turbulenzen auf dem Immobilienmarkt wirken sich nicht nur auf die großen Entwicklungsgesellschaften aus.
Krise betrifft auch deutsche Anleger
Mittelbar fürchten auch deutsche Anleger und Immobilienkäufer zunehmend um ihren Einsatz. Im Spannungsfeld beider Lager befinden sich die sogenannten Dubai-Fonds, geschlossene Fondsgesellschaften, die in den Immobilienmarkt von Dubai investieren. Die Fondskonstrukte sehen in der Regel eine Immobilienhandelsgesellschaft mit Sitz in Dubai vor, an deren Erfolg die deutschen Anleger mittelbar über Genussrechte partizipieren. Das Konzept ging oft auf. Die Vermarktung der vertriebenen Immobilienprojekte erfolgte mithilfe der deutschen Anlegergelder, die über den Verkauf erzielten Gewinne wurden wiederum – bis zu einer vorab festgelegten Höhe – an die Anleger ausgekehrt.
Ob die den Anlegern prognostizierte Ausschüttung auch zukünftig realisiert werden kann, begegnet jedoch Bedenken. Erst kürzlich musste eine bekannte Immobilienhandelsgesellschaft, die auf Grundlage deutscher Anlegergelder operiert, mehrmonatige Verzögerungen bei den von ihr vertriebenen Immobilienprojekten einräumen. Die Gründe hierfür seien bei den Entwicklungsgesellschaften zu suchen, welche die von ihr beauftragten Bauunternehmen nicht mehr bezahlen könnten.
Auch bei dem wohl bekanntesten Anbieter von Dubai-Fonds, Alternative Capital Invest“ (ACI) der bereits über 200 Millionen Euro für Immobilieninvestments in Dubai eingesammelt hat, gibt es offenbar Komplikationen. Angaben des „Manager-Magazins“ zufolge musste etwa die südkoreanische Gesellschaft „Shinsun Engineering and Construction“, welche von ACI mit dem Bau der Großprojekte „Michael Schumacher Business Avenue“ und „Boris Becker Business Tower“ betraut war, wegen drohender Insolvenz ausgetauscht werden. Auch müsse ACI für den Bau der „Niki Lauda Twin Towers“ selbst Sorge tragen, da die ursprünglich zuständige Entwicklungsgesellschaft „Define Properties“ in finanzielle Schieflage geraten sei.
Lokale gesetzliche Regelungen greifen nicht
Wer letztlich den Bau der größtenteils bereits verkauften Immobilieneinheiten realisieren wird, ist derzeit ungewiss. Von Käuferseite wird daher zunehmend die Befürchtung geäußert, die Bauvorhaben würden letztlich nicht vollendet werden können. Im Gegenzug verkünden die Immobilenhändler teilweise, die von ihnen vertriebenen Projekte nunmehr in Eigenregie realisieren zu wollen.
Doch stellt sich auch insoweit die Frage, mit welchen Mitteln dies geschehen soll? Zwar hat der lokale Gesetzgeber vorgeschrieben, Kaufpreiszahlungen für noch nicht fertig gestellte Einheiten auf ein Treuhandkonto zu hinterlegen und Entnahmen sind nur bei entsprechendem Baufortschritt zulässig. Die Wirksamkeit dieser Vorgaben ist jedoch umstritten. Die zuständige Aufsichtsbehörde (Real Estate Regulatory Authority - RERA) hat mittlerweile Ermittlungen gegen verschiedene Immobilienhandelsgesellschaften eingeleitet.
Nach Angaben des RERA-Direktors, Marwan bin Ghalita, häufen sich die Fälle, in denen Kaufpreisanzahlungen in rechtswidriger Weise vorzeitig dem obligatorischen Treuhandkonto entnommen wurden. Dem „Manager-Magazin“ zufolge gibt es Hinweise darauf, dass auch ACI im Visier der RERA steht. ACI selbst sind angeblich keine Ermittlungen bekannt. (rau) |