Die Allianz hat bislang nicht die Fortschritte bei der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen und Produkten gemacht, die er sich wünscht. Das scheint nun den obersten IT-Chef, Solmaz Altin, den Posten gekostet zu haben, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. Zumindest gibt er seinen Posten in der Münchner Konzernzentrale auf und wechselt zur Jahresmitte in die Asien-Holding des Versicherers.

Wie die Zeitung weiter schreibt, gibt es zwei Lesarten des Abgangs von Altin. In der ersten Version wird er als einer der möglichen Nachfolger von Asienchef George Sartorel genannt, wenn der 60-jährige Australier in den Ruhestand geht. In der zweiten Version hat es der 43-jährige Altin als globaler IT-Chef nicht geschafft, eine einheitliche Digitalstrategie für den Konzern zu entwickeln.

Eine von ihm geleitete Digitalfabrik habe wohl einen "Werkzeugkasten" für eine Reihe von Problemen entwickelt. Allerdings, so der SZ-Bericht, habe Altin die ambitionierten Pläne für eine einheitliche Konzern-IT nicht umsetzen können. Die Digitalfabrik habe mit den IT-Abteilungen der einzelnen Allianz-Gesellschaften mehr gestritten als kooperiert, berichten Insider.

Altin sitzt nicht im Vorstand der Holding
Allerdings werde auch eingeschränkt, dass der scheidende IT-Chef dafür nicht allein die Verantwortung trage. So habe Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte ihn zwar zum "Chief Digital Officer" gemacht, nicht aber in den Vorstand der Konzernholding Allianz SE berufen. In der obersten Führungsebene ist weiterhin Christof Mascher als Vorstand für IT und die Digitalisierung zuständig. Altin habe es deshalb schwer gehabt, sich gegen die mächtigen Landesfürsten des Konzerns durchzusetzen.

Klar ist jedenfalls, dass Allianz-Chef Bäte nun reagieren muss. Der Konzern macht immer wieder mit IT-Kalamitäten Schlagzeilen. So hat die selbst entwickelte Software Allianz-Betriebssystem (ABS) bei der Allianz-Private-Kranken-Versicherung zu massiven Problemen geführt. Auch bei den Provisionsabrechnungen für Versicherungsvertreter hakten die Programme. Das ist umso ärgerlicher, als dass die Automatisierung vieler Bereiche als Schlüssel für die Zukunft gilt. (jb)