Der Maklerpool Blau Direkt blickt auf ein Rekordjahr zurück. Der Umsatz schnellte 2017 auf 40 Millionen Euro hoch, im Vorjahr waren es noch 31 Millionen. An diesem Erfolg lassen die Lübecker auch ihre Mitarbeiter teilhaben, aber auf eine etwas andere Art. Das Unternehmen senkt die Regelarbeitszeit um eine auf 40 Stunden die Woche. Zugleich gönnt das Haus den rund 90 Mitarbeitern auch eine klassische Belohnung: die Löhne steigen um um drei Prozent.

Damit nicht genug: Wer will, der darf nur 26 Stunden arbeiten, heißt es in einer Mitteilung. "Bei der 26-Stunden-Woche handelt es sich um das Recht, die Arbeitszeit bei persönlichem Bedarf auf bis zu 26 Stunden zu reduzieren", sagt Lars Drückhammer, Geschäftsführer von Blau Birekt. Von modernen Arbeitnehmern werde viel Flexibilität erwartet. Sie sollen erreichbar sein, bei Engpässen am Wochenende arbeiten oder abends länger bleiben, um die letzten Antragsbearbeitungen durchzuführen, erläutert Drückhammer.

Voller Lohnausgleich bei Krankheit oder Pflege
"Dieser Flexibilisierungsdruck darf aber nicht einseitig sein", ergänzt der Geschäftsführer. "Es kann nicht angehen, dass sich der Mitarbeiter jederzeit auf die Firmenbedürfnisse einstellen können soll, die Firma sich aber umgekehrt nicht darum schert, wenn das Privatleben des Mitarbeiters einmal Flexibilität erfordert."

In dem Modell könne der Mitarbeiter seine Arbeitszeit in Absprache mit der Personalabteilung kurzfristig auf bis zu 26 Stunden die Woche absenken. Der Mitarbeiter behält zwei Jahre lang das Recht, wieder in Vollzeit zurückzukehren. Dies geht tatsächlich über die ohnehin gegebene, gesetzliche Regelung zur Teilzeitarbeit hinaus. Die sieht aber keine Recht auf eine Rückkehr in Vollzeit vor.

Hinzu kommt: Mitarbeiter, die fünf Jahre oder länger im Betrieb beschäftigt sind, erhalten vollen Lohnausgleich für die Verkürzung, wenn diese durch einen familiären Pflegefall oder krankheitsbedingt ausgelöst sind. "Unsere Mitarbeiter begleiten unsere Entwicklung seit Jahren mit enormem Engagement", meint Drückhammer. Das wolle man honorieren. "Die Arbeitszeit soll zum Leben unserer Mitarbeiter passen." (ert)