Der Online-Makler Getsafe baut sein ursprüngliches Geschäftsmodell aus und setzt den Wandel zum vollwertigen Versicherer auf Digitalbasis fort. Nachdem das Heidelberger Unternehmen im vergangenen Dezember bereits eine Haftpflichtpolice startete, folgt nun eine modulare Zahn-Krankenzusatzversicherung. Zudem kündigt Getsafe an, in den kommenden Monaten weitere Versicherungen, auch aus dem Bereich Leben, an den Markt zu bringen.

Der Abschluss der Versicherung sowie die Erstattung aller Leistungen erfolgt rein digital über die App von Getsafe. Dazu fotografiert der Kunde mit dem Smartphone seine Zahnarztrechnung. In den meisten Fällen soll die Leistung dann direkt und ohne Wartezeiten erstattet werden. Die Kosten liegen nach eigenen Angaben bei 5,90 Euro im Monat, eine feste Vertragslaufzeit gibt es nicht, die Police sei zudem täglich kündbar.

Mangelnde Digitalisierung bei Assekuranzen
Wie schon bei der Haftplichtversicherung kooperiert Getsafe auch bei diesem Produkt mit der Munich Re: Der Rückversicherer sichert die Policen ab, da das Insurtech selbst nicht über eine eigene Lizenz als Versicherungsgesellschaft verfügt.

Ein Grund für die Änderung des Geschäftsmodells ist die mangelnde digitale Innovationskraft der Assekuranz: Getsafe und andere Start-ups wie Knip sind vor rund vier Jahren mit der Idee angetreten, Kunden einen digitalen Versicherungsordner sowie darauf aufbauend die automatische Vermittlung von neuen Policen anzubieten. Im Laufe der Zeit zeigten sich aber die Probleme des Geschäftsmodells digitaler Versicherungsordner. Wegen veralteter Technik und mangelnder Innovation der etablierten Versicherer konnten sie Kunden nicht das versprochene digitale Erlebnis liefern. Getsafe und andere Gesellschaften haben daraus die Erkenntnis gezogen, dass sie die gesamte Wertschöpfungskette selbst kontrollieren müssen. (jb)


Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch den Artikel "Ring frei für die zweite Runde", der im aktuellen Heft 4/2017 von FONDS professionell erschienen ist. Angemeldete KLUB-Mitglieder finden den Beitrag bereits hier im E-Magazin.