Die Aufgabe von Branchenverbänden ist es, politisch für die Interessen ihrer Mitglieder zu kämpfen. Genau das macht Wolfgang Weiler, seit September 2017 neuer Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), auch – selbst, wenn er sich damit letztlich gegen die Vermittler stellt, mit denen die Versicherungsgesellschaften zusammenarbeiten. "Ein Provisionsdeckel ist denkbar“, sagte der 65-Jährige der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Allerdings merkt er an, dass er Zweifel daran habe, dass dies die beste Lösung ist.

Weilers Äußerung, die man trotz des Nachsatzes als Kapitulation gegenüber den Zielen der Finanzaufsicht Bafin sehen kann, muss man nämlich in einem größeren Kontext sehen: Die Lebensversicherer suchen händeringend nach Möglichkeiten, ihre Verpflichtungen gegenüber Kunden zu reduzieren. Wegen dieser verlangt der europäische und der deutsche Gesetzgeber mit der Richtlinie Solvency II hohe Deckungsrückstellungen und Reserven in Form der Zinszusatzreserve (ZZR). Weil dadurch die Erträge der Gesellschaften schwinden, "knirscht es in den Bilanzen“, so die FAZ.

Im Hinblick auf die ZZR machen sich die Gesellschaften aber Hoffnung auf Erleichterungen. Ende 2017 wurde bekannt, dass die Bafin wie auch das Bundesfinanzministerium entsprechende Pläne in Aussicht stellen. Im Gegenzug könnte die Assekuranz einem Deckel bei den Abschlussprovisionen zustimmen, was vor allem Makler treffen würde. Diese Befürchtungen hat der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM), der jetzt Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) heißt, im Herbst vergangenen Jahres laut geäußert. Nun sieht es so aus, als ob er recht behalten sollte. (jb)