Talanx und Zurich planen eine Kooperation bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Im Rahmen des sogenannten Sozialpartnermodells möchten sie eine Konsortiallösung anbieten. Das Konsortium soll den Namen "Die Deutsche Betriebsrente" tragen. Die Zusammenarbeit bedarf laut einer gemeinsamen Pressemitteilung noch der Genehmigung der Kartellbehörde.

Zur Erklärung: Das Sozialpartnermodell ist das Herzstück des seit Jahresbeginn geltenden Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG). Damit können sich Sozialpartner – Arbeitgeber und Gewerkschaften – im Rahmen von Tarifverträgen auf eine reine Beitragszusage bei einer bAV einigen. Die Arbeitgeber haften damit weder für eine bestimmte Rendite noch für den Erhalt der Beträge. Den Versorgungsträgern, Pensionskassen oder Versicherungsgesellschaften wie eben die Zurich und die Talanx, ist es in diesem Fall sogar explizit verboten, Garantien zu geben. Ziel dieser gesetzlichen Regelung ist es, die bAV für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver zu machen.

Zweites bAV-Konsortium nach "Das Rentenwerk"
Die beiden Versicherer planen nun, eine Zielrentenlösung auf Basis des kapitalmarktbasierten Pensionsfonds anzubieten. Das Modell, bei dem kein bestimmter Betrag am Ende der Ansparphase garantiert wird, würde den Sozialpartnern nach eigenen Angaben vielfältige Chancen bieten: "Arbeitnehmer könnten von besonders attraktiven Renditechancen profitieren. Arbeitgeber würden durch eine einfache und flexible Handhabung in der Abwicklung der betrieblichen Altersvorsorge entlastet", heißt es in der Mitteilung. Und vor allem: Sie müssen nicht für Kapitallücken gerade stehen, wenn die Versorgungswerke nicht die versprochenen Leistungen erwirtschaftet haben.

Die "Deutsche Betriebsrente" ist bislang das zweite bAV-Konsortium, das sich gebildet hat. So haben sich bereits im Sommer vergangenen Jahres Barmenia, Debeka, Gothaer, Huk-Coburg und Die Stuttgarter zum Verbund "Das Rentenwerk" zusammengeschlossen (FONDS professionell ONLINE berichtete). (jb)