Eine Mehrheit der Deutschen ist gegen den Verkauf "alter" Lebensversicherungsverträge an sogenannte Abwickler – im Fachjargon als externer Run-off bezeichnet. Stattdessen herrscht überwiegend die Meinung vor, dass die eingegangene langfristige Vertragsbeziehung mit dem ursprünglichen Versicherungsunternehmen bis zum Vertragsende aufrechtzuerhalten ist. Diese Einschätzung ergab eine Meinungsumfrage, die das INSA Consulere Anfang Dezember 2017 unter 2.000 Personen im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) machte.

Die Planspiele von Versichern wie der Axa, der Ergo und vor allem der Generali, sich von ihren Altbeständen zu trennen, haben Ende des vergangenen Jahres einen Aufschrei bei Verbraucherschützern, aber auch zu Kritik bei einigen Versicherungsgesellschaften geführt. Die einen fürchten, dass die Kunden bei einer sogenannten Run-off-Plattform schlechter gestellt sind, die anderen sorgten sich um den Ruf der Branche.

Keine Nachteile
Bei der Ankündigung von Bestandsverkäufen betonen die Versicherer, die Pläne für einen externen Run-off haben, dass dies auch zum Nutzen und im Interesse der Kunden sei. Die Verträge würden zu den bisherigen Konditionen weitergeführt. Der Abwickler, der selbst kein Neugeschäft betreibt, könne die übernommenen Bestände effizienter verwalten. Dadurch gingen die Kosten zurück, was sich vorteilhaft auf die Rendite der Lebensversicherungen auswirke.

Kunden glauben Versicherern nicht
Diese Botschaft erzielt allerdings nur etwa bei der Hälfte der Versicherten die beabsichtigte beruhigende Wirkung. Selbst wenn keinerlei Nachteile entstehen, findet mehr als die Hälfte der Befragten, dass durch den Verkauf das Vertrauen in die Versicherung und den Anbieter geschwächt wird. Lediglich 13 Prozent meinen, dass dies nicht der Fall ist. Ungefähr ein Viertel weiß keine Antwort darauf.

Vor allem Ältere empfinden einen solchen Vertrauensverlust. Unter den 55-Jährigen und Älteren gaben bis zu 63 Prozent eine solche Einschätzung ab. Damit dürfte der Vertrauensverlust bei den Vertragsinhabern der verkauften Bestände sogar noch über dem Durchschnitt von 51 Prozent liegen, da diese Kundschaft tendenziell älter ist als die befragte Stichprobe. Zu der gehörten auch 18- bis 24-Jährige, von denen nur 22 Prozent eine Schwächung des Vertrauens angaben. Mit zunehmenden Alter ändert sich die Einschätzung dann allerdings ziemlich deutlich. Aus diesem Grund hat die Ergo dem Vernehmen nach ihre Pläne auch wieder in der Schublade verschwinden lassen. (jb)