Der Versicherungsombudsmann musste 2017 fast doppelt so viele Beschwerden über Vermittler bearbeiten wie im Jahr 2016. Das Beschwerdeaufkommen über die Versicherungsgesellschaften hat sich sogar mehr als verdoppelt. Kunden baten vor allem um Unterstützung in strittigen Fällen bei Lebens-, aber auch über Rechtsschutzpolicen, wie aus dem Tätigkeitsbericht der Schiedsstelle für 2017 hervorgeht.

Insgesamt landeten 279 Anträge zu Vermittlern auf dem Schreibtisch von Obmann Gunter Hirsch. Davon wurden aber 101 Eingaben abgelehnt, da sie nicht die Vermittlung einer Police betrafen. Weitere 44 Eingaben wurden aus anderen Gründen abgelehnt.

Die meisten Probleme mit Lebenspolicen
Kunden beschwerten sich in erster Linie wegen einer verkauften Lebensversicherung über den Vertrieb. 113 Anträge entfielen auf diesen Bereich. 35 Eingaben waren "spartenübergreifend“, 51 konnten bis Ende 2017 keiner Kategorie zugeordnet werden. Im Jahr 2016, als 154 Beschwerden über Vermittler eingegangen waren, entfiel der Großteil (83) ebenfalls auf Lebenspolicen.

19.105 Anträge bezogen sich auf die Versicherungsgesellschaften selbst. Hier ist der Anstieg im Vergleich zu 2016 mit 8.217 Eingaben noch eklatanter. Ganz vorne auch hier: Beschwerden über Lebensversicherungen (4.484), dicht gefolgt von solchen über Rechtsschutzversicherungen (4.526).

Gründe für den Anstieg der Schlichtungsanträge im Jahr 2017 nennt der Bericht des Ombudsmanns nicht – der ausführliche Jahresbericht wird erst im Mai veröffentlicht. Ein möglicher Grund sind aber die Pläne einiger Gesellschaften, die älteren Bestände an einen externen DIenstleister zu übertragen – ein sogenannter Run-off. (jb)