Der Versicherer Signal Iduna mit Sitz in Dortmund und Hamburg konzentriert sich in der Fondsvermittlung voll auf sein Haftungsdach. Früher hatten die Handelsvertreter des Konzerns auch die Option, ihr Investmentgeschäft mit Erlaubnis als Finanzanlagenvermittler gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung zu tätigen. Dies ist seit Inkrafttreten der Finanzmarktrichtlinie Mifid II im Januar nicht mehr möglich.

"Unser Ziel ist es, eine wirklich rechtssichere Anlageberatung anzubieten", sagt Frank Leinemann, zuständiger Geschäftsführer der Signal Iduna Asset Management, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Dies gelingt insbesondere dann, wenn wir wissen, wie die Vermittler vor Ort die Beratung tatsächlich umsetzen." Mit dem Haftungsdach lasse sich das gewährleisten: "Dort arbeiten alle Vermittler mit einer einheitlichen Software, außerdem weisen sie uns gegenüber ihre Qualifikation nach und nehmen regelmäßig an verpflichtenden Sachkundeaus- und Weiterbildungen teil."

Gut 950 Haftungsdachvermittler
Insgesamt arbeiten rund 2800 Vertreter für die Signal Iduna. 952 von ihnen haben sich als vertraglich gebundene Vermittler der Signal Iduna Asset Management angeschlossen. Die hohen Anforderungen an die Anlageberater würden sicherstellen, dass nur diejenigen Vermittler Investmentgeschäft tätigen, die auch ernsthaft an dieser Sparte interessiert seien, so Leinemann. "Es ist schwierig, auch Vertreter, für die die Fondsvermittlung nur ein Randgeschäft ist, in Sachen Anlageberatung auf dem aktuellsten Stand zu halten. Der Austausch mit unseren Haftungsdachpartnern ist dagegen enger als je zuvor."

Die Entscheidung, Anlageberatung nur noch über das Haftungsdach anzubieten, sei schon vor Einführung der EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II gefallen. "Erste Gespräche dazu haben wir bereits 2014 geführt", berichtet Leinemann. "Schon damals ließ sich vieles von dem erahnen, was heute Realität ist. Die Gründung des Haftungsdachs im April 2015 werten wir nach wie vor als sehr sinnvollen Schritt – wir fühlen uns damit gut für die Zukunft aufgestellt."

LVM geht den umgekehrten Weg
Die zunehmende Regulierung hat auch bei anderen Versicherern für ein Umdenken mit Blick auf ihr Fondsgeschäft gesorgt. Allerdings entscheiden sich nicht alle für ein Haftungsdach – manche schlagen sogar den umgekehrten Weg ein: So dient die Augsburger Aktienbank (AAB) inzwischen nicht mehr als Haftungsdach für die Vertreter des Versicherers LVM. Die Vermittler wurden vielmehr dazu angehalten, eine 34f-Erlaubnis zu beantragen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Aktuell verfügten gut 600 der insgesamt rund 2.300 Vertrauensleute und Agenturpartner der LVM über eine entsprechende Gewerbeerlaubnis, sagte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage der Redaktion. Sie vermitteln nun unter anderem neue fondsgebundene Vermögensverwaltungen der konzerneigenen AAB. (bm)


Welche Versicherer im Fondsvertrieb auf ein Haftungsdach setzen, lesen Sie in Ausgabe 2/2018 von FONDS professionell, die Ende Mai erscheint.