Der Hamburger Maklerpool Maxpool hat sich bei der Finanzaufsicht Bafin über die WWK Versicherung beschwert. Der Grund: Der Versicherer mit Sitz in München hat zur Jahreswende die Beiträge für Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen erhöht – um bis zu 40 Prozent. Der Pool kritisiert in einer Pressemitteilung neben der aus seiner Sicht massiven und branchenuntypischen Beitragserhöhung – der zweiten innerhalb von zwei Jahren – vor allem die Informationspolitik des Versicherers: Man sei erneut sehr spät informiert worden. Maxpool erwägt laut der Mitteilung sogar, zusammen mit den Verbraucherschützern vom Bund der Versicherten (BdV) gegen den Versicherer vorzugehen.

"Wir sind nicht bereit, das Verhalten der WWK und die Preispolitik des Versicherers einfach unkommentiert hinzunehmen", erläutert Maxpool-Geschäftsführer Oliver Drewes den Schritt und fügt an: "Der Maxpool-Fachbereich wurde erst zwei Tage vor Weihnachten 2017 telefonisch von der WWK-Maklerbetreuung über die erneute Erhöhung informiert. Das strapaziert uns massiv." Der Versicherer hat den Schritt des Pools bislang offiziell nicht kommentiert.

Netto- versus Bruttobeiträge
Die Entscheidung der WWK erfolgte sicher vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen: Diese erschweren es den Versicherungsgesellschaften immer mehr, die nötigen Rohüberschüsse für die Risiko-Policen zu erwirtschaften, mit denen dann neben den Beiträgen im Ereignisfall wie dem Tod des Versicherten die versprochene Versicherungssumme finanziert werden. Die seit 2011 gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve lässt die Rohüberschüsse der Gesellschaften zusätzlich schrumpfen.

Daher erhöhen die Versicherer, nicht nur die WWK, die sogenannten Netto-Beiträge: Hierzu muss man wissen, dass die Gesellschaften zwischen dem kalkulierten Tarifbeitrag, dem Bruttobeitrag und dem eigentlichen vom Kunden gezahlten Nettobeitrag unterscheiden. Die Differenz zwischen beiden versucht ein Versicherer durch Kapitalrenditen und eine sorgfältige Risikokalkulation zu stemmen: Sind die Renditen aber wegen der Minizinsen gering oder muss er aufgrund von zu vielen Sterbefällen hohe Auszahlungen leisten, kann eine Lücke entstehen, die durch erhöhte Nettobeiträge geschlossen wird. (jb)