Für die "Generation Mitte" ist es längst nicht mehr wichtig, einen Notgroschen für schlechte Zeiten oder das Alter beiseite zu legen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Allensbach-Instituts im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Demnach ist finanzielle Unabhängigkeit zwar rund 82 Prozent der befragten 30- bis 59-Jährigen wichtig und gehört somit nach Gesundheit (90 Prozent) und einer glücklichen Partnerschaft (83 Prozent) zu den wichtigsten Lebenszielen. Allerdings ist die Spar-Bereitschaft der mittelalten Deutschen sehr gering ausgeprägt: Sparsamkeit liegt in der Liste der wichtigen Dinge mit 14 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Finanziell einschränken möchte sich die Generation Mitte nicht, rund drei Viertel der 30- bis 59-Jährigen haben schlichtweg keine Lust zu sparen oder sparsamer zu leben. Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig Geld auf die Seite zu legen. 66 Prozent der Befragten geben an, ihre Eltern hätten sparsamer gelebt als sie selbst. "Es muss uns alarmieren, wenn die Generation Mitte sich das Sparen spart", warnt Wolfgang Weiler, Präsident des GDV.

Wirtschaftlich alles in Butter
Momentan geht es den 30- bis 59-Jährigen so gut wie nie. Immer weniger von ihnen sind von Abstiegsängsten oder Sorgen um die Sicherheit des Arbeitsplatzes geplagt. Weltweite Krisen, der Verlust an politischer Stabilität in Deutschland und die Veränderung des gesellschaftlichen Klimas verunsichern die Generation Mitte hingegen zutiefst. Die Befragten gaben an, die Gesellschaft werde materialistischer, egoistischer und intoleranter. 42 Prozent finden, dass sie in einer ausgesprochen schwierigen leben.

Wohl bewusst ist es der sparfaulen Generation, dass ihr Handeln Konsequenzen hat: Rund 56 Prozent rechnen mit einer Lebensverschlechterung im Alter. Noch scheint der Leidensdruck jedoch nicht groß genug zu sein. (fp)