Die Ergebnisse stimmen überraschend optimistisch: Die Bundesbürger müssen sich keine Sorgen um ihre Rente machen. Das Vorsorgesystem über die drei bekannten Säulen wird auch in Zukunft funktionieren. Die gesetzliche Rente ist und bleibt der Grundpfeiler der Altersvorsorge – und zwar über das Jahr 2030 hinaus. Zu diesen Resultaten kommt der neue "Vorsorgeatlas Deutschland". Die umfangreiche Analyse hat das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment erstellt.

Dabei haben die Experten unter Leitung von Professor Bernd Raffelhüschen nicht die aktuellen Altersbezüge betrachtet, sondern ausschließlich die Renten, die heute zwischen 20 und 65 Jahre alte Personen zu erwarten haben. Neben den klassischen Alterssicherungssystemen der ersten Schicht (Gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung, berufsständische Versorgung) erfasst der Atlas auch die Vorsorgewege der zweiten Schicht (Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung, Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes). Hinzu kommt die dritte Schicht, also das Geld- und Immobilienvermögen der Haushalte.

Schattenseiten bei genauerer Betrachtung
Mögen die Ergebnisse auf den ersten Blick durchaus positiv erscheinen, zeigen sich bei genauerem Hinsehen allerdings auch Schattenseiten. Denn: Im Durchschnitt über alle Einkommens- und Altersklassen hinweg erhalten die rund 34 Millionen Versicherten bei Renteneintritt monatlich 1.070 Euro. Damit können sie zwar rund 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens ersetzen. Um den bisherigen Lebensstandard im Alter annähernd halten zu können, sind jedoch mindestens 60 Prozent nötig.

In der Tat brauchen sich die heute 50- bis 65-Jährigen um ihre Rente keine großen Gedanken zu machen. Sie erreichen der Studie zufolge allein mit der gesetzlichen Rente ein Niveau von 64,1 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. Sorgen sie zusätzlich privat sowie staatlich gefördert vor – was in dieser Altersgruppe die Regel ist – so können sie die Ersatzquote noch einmal deutlich steigern. Möglich sind bis zu 83 Prozent.

Dringend zusätzlich vorsorgen
Bei den heute 20- bis 34-Jährigen hingegen sieht es weniger erfreulich aus. Die jungen Leute bringen es mit der gesetzlichen Rente später einmal auf lediglich 38,6 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. Daher werden sie pro Monat etwa 800 Euro zusätzlich benötigen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als in Sachen Altersvorsorge selbst aktiv zu werden.

Auch erhebliche regionale Unterschiede lassen sich erkennen. Die höchsten Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben dem Atlas zufolge Rentner in Oberbayern, Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe, Darmstadt, Trier, dem Bezirk Rheinhessen-Pfalz, in Braunschweig und in Schleswig-Holstein. Mehr als 1.095 Euro bekommen Erwerbstätige hier im Durchschnitt beim Renteneintritt. In Oberbayern liegen die Renten durchschnittlich 1169 Euro am höchsten.

Weniger als 988 Euro monatlich
Deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt von monatlich 1.070 Euro im Monat fallen die Rentenzahlungen in den neuen Bundesländern aus, mit Ausnahme von Brandenburg und Berlin. Hier haben Erwerbstätige später einmal einen gesetzlichen Rentenanspruch von 988 Euro pro Monat. (am)