Die Württembergische Versicherung setzt den Rotstift bei ihrem Vertriebsinnendienst an. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" berichten, sollen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der internen Prozesse 60 der 160 Vollzeitstellen in dem Bereich wegfallen. Im Gesamtkonzern arbeiten 3.200 Personen. Auf betriebsbedingte Kündigungen möchte der Finanzdienstleister dabei verzichten. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über Sozialpläne und Interessenausgleiche haben schon begonnen. Zugleich sollen 25 neue Positionen in den Bereichen Datenanalyse und Marktbeobachtung geschaffen werden.

Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W), zu der die Württembergische Versicherung gehört, gibt bereits seit Ende 2015 Gas bei ihren Digitalisierungsbemühungen im Vertrieb. Anfang 2017 übernahm der Konzern daher auch die Mehrheit an dem Fintech Treefin, das einen digitalen Finanzassistenten entwickelt hatte. Damit sollen verstärkt Kunden direkt online gewonnen werden. Ende vergangenen Jahres ging das Start-up vollständig in den Besitz der Württembergischen über. Im Investmentbereich kooperiert der Konzern mit der European Bank for Financial Services (Ebase): Der Robo-Berater "Wüstenrot Managed ETF Depot" basiert auf der Ebase-Technologie "Fintego".

Der Zeitung zufolge möchte der Versicherer nun die Schnittstelle zwischen Innendienst und Versicherungsvermittlern weiter digitalisieren. Die Einführung neuer Produkte soll beschleunigt, der Versand von Papier reduziert werden. Mit den verbesserten technischen Prozessen sollen auch die Vermittler vor Ort von Bürokratie entlastet werden und mehr Zeit für den Kunden haben. Heute verbringen sie offenbar zu viel Zeit mit der Vor- und Nachbearbeitung von Kundengesprächen und für Schulungen zu neuen Produkten. Nur 25 Prozent der Zeit stehen für Beratung zur Verfügung. (jb)