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ZERTIFIKATE:
GESCHLOSSENE FONDS:

 

Indexzertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Anleger geht davon aus, dass die Kurse des Basiswertes steigen, und möchte sein Risiko durch Diversifikation reduzieren.

Funktionsweise:

Indexzertifikate bilden die Kursentwicklung von Indizes 1:1 nach, positiv wie negativ. Da die Kursstände der meisten gängigen Indizes relativ hoch sind, verfügen die Zertifikate über ein Bezugsverhältnis (BV) von 1:100 wie im Falle des DAX oder ATX (z. B. das Zertifikat kostet dann bei einem Indexstand von 4.400 nur 44 Euro) oder 1:10. Ob die Dividenden, die die im Index enthaltenen Unternehmen ausschütten, den Wert des Zertifikats steigern, hängt davon ab, um welche Art von Index es sich handelt. Bei Performanceindizes wie dem DAX werden diese reinvestiert, während sie bei Preisindizes wie dem ATX unberücksichtigt bleiben.

Laufzeit:

open end und begrenzt

Vorteile:

  • mit geringem Kapitaleinsatz verhältnismäßig große Diversifikation erreichbar
  • geringe Kosten (i. d. R. nur Spread zwischen Geld- und Briefkurs)
  • transparente Wertberechnung

Nachteile:

  • Totalverlustrisiko

Weitere Produktnamen:

Partizipationszertifikat, Delta-1-Zertifikat

Top

Basket-/Themen-/Strategiezertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Anleger geht davon aus, dass die Kurse des Basiswertes – bestimmter Branchen/Themen – mehr steigen als der Gesamtmarkt. Die Diversifikation ist durch die meist enger gefassten Körbe geringer als beim Indexzertifikat, das Risiko daher höher.

Funktionsweise:

Die Funktionsweise ist dieselbe wie bei Indexzertifikaten. Die Chance auf über der Wertentwicklung des Gesamtmarktes liegende Renditen kann durch das „Stock-Picking“ oder „Timing“ (Definition bestimmter Ein- und Ausstiegssignale) erreicht werden. Manche Körbe werden vom jeweiligen Emittenten des Zertifikats selbst zusammengestellt.

Laufzeit:

open end und begrenzt

Vorteile:

  • geringer Kapitaleinsatz
  • geringe Kosten (i. d. R. nur Spread zwischen Geld- und Briefkurs), aber i. d. R. wegen des höheren Aufwands höher als beim Indexzertifikat
  • transparentere Wertberechnung als bei anderen Zertifikaten, aber schwieriger als bei Index

Nachteile:

  • Totalverlustrisiko

Top

Discountzertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Anleger geht davon aus, dass die Kurse des Basiswertes nicht stark steigen, möchte aber auch bei seitwärts tendierenden oder sogar leicht fallenden Märkten noch eine positive Rendite erzielen und einen Risikopuffer haben.

Funktionsweise:

Der Anleger kauft den Basiswert mit einem bestimmten Abschlag, dem Discount. Im Gegenzug profitiert er von den Kursgewinnen nur bis zu einem bei der Emission festgelegten Höchstbetrag, dem Cap. Steigt der Kurs des Underlyings, steigt zunächst auch der Wert des Zertifikats, allerdings partizipiert der Anleger nur bis zum Cap von Kurssteigerungen. Fällt der Kurs des Basiswertes, ist der Verlust durch den Abschlag geringer als bei einem Direktinvestment in die Aktie. Ist der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende gleich dem Cap oder niedriger, erfolgt die Auszahlung des Gegenwertes gemäß dem Bezugsverhältnis, ansonsten wird ein Betrag in Höhe des Cap ausbezahlt.

Laufzeit:

open end und begrenzt

Vorteile:

  • Investition in bestimmte erwartete Szenarien
  • Risikopuffer gegen leichte Kursrückgänge

Nachteile:

  • wenig transparente Wertberechnung durch Konstruktion (Optionskomponente)

Top

Garantiezertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Anleger möchte entweder Gewinnchancen wahrnehmen, aber nur bei einem Risiko, das dem von Anleihen entspricht (performance- bzw. wachstumsorientiertes Auszahlungsprofil des GZ) oder bevorzugt zwar Anleihen als Assetklasse, will aber trotzdem an deutlich über Anleihenrenditen liegenden Erträgen teilhaben (kuponorientiertes Auszahlungsprofil des GZ). Die Gewinnchancen können als Partizipation an einem Basiswert (Index, Rohstoffe, Aktien, usw.) gestaltet oder von der Entwicklung eines Aktienkorbes abhängig sein. Außerdem können Überrenditen bei Seitwärtsbewegungen oder sogar leicht negativen Bewegungen erzielt werden.

Funktionsweise:

Allen Garantiezertifikaten ist gemein, dass sie wie Anleihen bei Fälligkeit, also am Ende der Laufzeit, dem Anleger den kompletten Emissionspreis – allerdings ohne ein eventuell gezahltes Agio – zurückzahlen. Die Kapitalgarantie wird erreicht, indem der Großteil des Kapitals in Nullkuponanleihen (Zerobonds) investiert wird, deren Restlaufzeit identisch mit der des Zertifikats ist. Dabei werden gerade so viele dieser Zerobonds gekauft, dass ihr Rückzahlungsbetrag durch Zins und Zinseszins genau dem vom Anleger investierten Kapital entspricht. Mit dem restlichen Kapital werden in der Regel verschiedene, zumeist exotische Optionen gekauft, deren mögliche Kursgewinne für Gewinnchancen sorgen sollen. In einigen Fällen wird die Kapitalgarantie für weniger als 100 Prozent gewährleistet. Dies ermöglicht eine höhere Partizipation an dem zugrunde liegenden Basiswert bei gleichzeitig erhöhtem Risiko.

Laufzeit:

begrenzt

Vorteile:

  • Risikopuffer durch Kapitalgarantie bei Fälligkeit
  • Zusätzliche, aber begrenzte Gewinnchancen je nach Ausgestaltung
  • Investition in bestimmte erwartete Szenarien

Nachteile:

  • intransparente Wertberechnung während der Laufzeit

Top

Bonus- /Teilschutzzertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Bonusmechanismus funktioniert dann am besten, wenn der langfristig orientierte Anleger entweder von steigenden oder seitwärts tendierenden Kursen des Basiswertes ausgeht. Ein Risikopuffer wirkt bei leicht fallenden Kursen. Aufgrund der Auswahl unterschiedlicher Abstände zwischen Bonuslevel und Barriere können auch die verschiedenen Risikoneigungen der Anleger abgebildet werden.

Funktionsweise:

Sie verbriefen bei Fälligkeit die Zahlung eines Bonusbetrags, wenn der Basiswert (Index, Basket, Aktie, Rohstoff) während der Laufzeit eine definierte Kursschwelle, die Barriere, niemals berührt oder unterschreitet. Wenn die Barriere während der Laufzeit indes verletzt wird, geht der Bonusbetrag verloren und das Produkt wandelt sich sofort in ein klassisches Index- oder Partizipationszertifikat um, das der Kursentwicklung des Basiswertes folgt. Steigt der Basiswert hingegen über den Bonuslevel hinaus, partizipiert der Anleger i. d. R. uneingeschränkt an den Kursgewinnen.

Laufzeit:

begrenzt

Vorteile:

  • Risikopuffer bis zur Barriere
  • Investition in bestimmte erwartete Szenarien

Nachteile:

  • intransparente Wertberechnung während der Laufzeit
  • Verzicht auf Dividenden

Top

Aktienanleihen

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Anleger ist ein kurz- bis mittelfristig orientierter Investor und möchte Ausschüttungen, die deutlich über denen von normalen Anleihen liegen, ist sich gleichzeitig aber des eingegangenen Aktienrisikos bewusst. Er erwartet moderate, stagnierende oder fallende Kurse des Basiswertes.

Funktionsweise:

Aktienanleihen sind spezielle Anleihen, deren Auszahlungsprofil an die Wertentwicklung von Aktien geknüpft ist. Bei Emission wird vom Emittent ein Zinskupon festgelegt, der bei Fälligkeit ausbezahlt wird und meist weit über den Kupons von normalen Anleihen liegt. Als Gegenleistung für diese hohen Garantiezinsen hat der Emittent das Recht, den Nennwert der Anleihe entweder in bar oder durch eine bei der Emission fixierte Anzahl von Aktien (Basiswert) zurückzuzahlen. Liegt der Kurs des Basiswertes am Stichtag unter dem festgelegten Basispreis, erfolgt die Rückzahlung durch Lieferung einer bestimmten Anzahl von Aktien. Die Tilgung von Indexanleihen erfolgt durch Lieferung von Indexzertifikaten, Fondsanteilen oder durch die Zahlung des aktuellen Indexstandes in Geld.

Vorteile:

  • Kupon als Risikopuffer
  • Investition in bestimmte erwartete Szenarien

Nachteile:

  • intransparente Wertberechnung während der Laufzeit

Weitere Produktnamen:

Doppel-Aktienanleihen, Protect-Aktienanleihen, Cash-or-Share-Anleihen, Reverse Convertible, Equity Linked Bond

Top

Expresszertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Expresszertifikate eignen sich für Anleger, die seitwärts tendierende oder moderat steigende Kurse des Basiswertes erwarten und in kurzer Zeit hohe Zinsen lukrieren wollen.

Funktionsweise:

Expresszertifikate verbriefen die Auszahlung einer jährlichen, über die Laufzeit gleichbleibenden Verzinsung – ähnlich einem Kupon – unter der Bedingung, dass der Basiswert (meist Indizes) an den jährlichen Beobachtungstagen über dem Startniveau notiert. Ist das bereits nach einem Jahr der Fall, erhält der Anleger sein investiertes Kapital und den Kupon ausbezahlt. Notiert der Basiswert unter dem Startwert, verlängert sich die Laufzeit um ein weiteres Jahr. Dies wird bei unter dem Startwert notierenden Basiswerten solange fortgesetzt, bis es zur Auszahlung der kumulierten Kupons kommt oder das Zertifikat fällig wird. Wenn der Basiswert am Ende der Laufzeit wieder unter dem Startniveau notiert, wird nur zurückgezahlt, wenn eine vorher festgelegte Barriere nicht unterschritten wurde. Wenn die Barriere unterschritten wurde, erhält der Anleger die negative Wertentwicklung des Basiswertes zugewiesen.

Laufzeit:

ungewiss

Vorteile:

  • Risikopuffer bis Barriere
  • vorzeitige Rückzahlung

Nachteile:

  • ungewisse Laufzeit
  • intransparente Wertberechnung während der Laufzeit
  • Totalverlust möglich

Weitere Produktnamen:

Level Performer

Top

Outperformance-Zertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Outperformance-Zertifikate eignen sich für Anleger, die stark steigende Kurse des Basiswertes erwarten und die Gewinnchance hebeln wollen, aber dafür das Risiko eines Aktieninvestments eingehen.

Funktionsweise:

Die Zertifikate verfügen über einen fest definierten Basispreis und einen fixen Hebel. Notiert der Basiswert am Laufzeitende des Zertifikats oberhalb dieses Basispreises, erhält der Anleger zuzüglich zum aktuellen Kurs des Basiswertes die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis, multipliziert mit einem Faktor größer eins. Notiert der Basispreis am Ende der Laufzeit unterhalb des Basispreises, erhält der Anleger den Basiswert oder den Gegenwert in bar, die Verluste entsprechen denen des Basiswertes.

Laufzeit:

begrenzt

Vorteile:

  • Hebel
  • unbegrenzte Gewinnchancen

Nachteile:

  • intransparente Wertberechnung während der Laufzeit
  • Totalverlust möglich
  • Verzicht auf Dividenden

Top

Sprintzertifikate

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Sprintzertifikate eignen sich für Anleger, die moderat steigende Kurse des Basiswertes erwarten und sie mit dem Faktor zwei hebeln wollen, aber dafür das Risiko eines Aktieninvestments eingehen.

Funktionsweise:

Bei der Emission wird ein Startwert fixiert, der i. d. R. mit dem Marktkurs des Basiswerts ident ist. Des Weiteren wird vom Emittenten ein Cap festgelegt, bis zu dem – ausgehend vom Startwert – das Zertifikat die Kursgewinne des Basiswerts verdoppelt. Liegt der Basiswert unter dem Startwert, wird pro Zertifikat eine Aktie oder ihr Gegenwert in bar geliefert, die Verluste entsprechen denen des Basiswertes. Liegt der Basiswert zwischen Startwert und Cap, erhält der Anleger den Startwert plus die verdoppelte Wertentwicklung des Basiswertes. Liegt der Basiswert über dem Cap, erhält der Anleger den Startwert plus die doppelte Differenz zwischen Cap und Startwert.

Laufzeit:

begrenzt

Vorteile:

  • doppelter Hebel

Nachteile:

  • Cap begrenzt Gewinnchance
  • intransparente Wertberechnung während der Laufzeit
  • Totalverlust möglich

Weitere Produktnamen:

Protect-Outperformance-Zertifikate, KickStart-Zertifikate, Speed-Zertifikate

Top

Knock-outs (Turbozertifikate)/Knock-out-Call (Long)

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Anleger geht davon aus, dass die Kurse des Basiswertes stark steigen, und möchte daran mit einem Hebel teilhaben, zudem geht er dasselbe Risiko wie bei einem Direktinvestment ein.

Funktionsweise:

Das Zertifikat bildet die Wertentwicklung des Basiswertes eins zu eins ab, verfügt dabei aber über einen Hebel. Dieser gibt an, um welches Vielfache der Gewinn/Verlust bei gleichem Kapitaleinsatz größer ist als beim Direktinvestment. Bei einem Knock-out-Call ist ein unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegender Basispreis definiert. Außerdem ist das Zertifikat mit einer Knock-out-Barriere versehen, die über dem Basispreis liegt. Wird diese während der Laufzeit berührt oder unterschritten, wird das Zertifikat fällig, und die Laufzeit endet vorzeitig. Über der Kock-out-Barriere folgt das Zertifikat entsprechend dem Bezugsverhältnis exakt der Wertentwicklung des Basiswertes.

Laufzeit:

open end und begrenzt

Vorteile:

  • gehebelte Gewinnchancen

Nachteile:

  • Totalverlustrisiko

Top

Knock-out-Put (Short)

Erwartungshaltung/Risikoneigung des Anlegers:

Der Anleger geht davon aus, dass die Kurse des Basiswertes stark fallen, und möchte daran mit einem Hebel teilhaben, zudem geht er dasselbe Risiko wie bei einem Direktinvestment ein.

Funktionsweise:

Hebelwirkung wie bei Call. Bei einem Knock-out-Put ist ein über dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegender Basispreis definiert. Die Laufzeit von Knock-out-Puts endet vorzeitig, sobald der Kurs des jeweiligen Basiswertes den Basispreis oder eine gegebenenfalls darunter liegende Knock-out-Schwelle des Puts berührt oder überschreitet. Unter der Kock-out-Barriere folgt das Zertifikat entsprechend dem Bezugsverhältnis exakt der Wertentwicklung des Basiswertes.

Laufzeit:

open end und begrenzt

Vorteile:

  • gehebelte Gewinnchancen

Nachteile:

  • Totalverlustrisiko

Top

Optionsscheine

Optionsscheine verbriefen das Recht, nicht aber die Pflicht, eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu einem festgelegten Basispreis zu kaufen (Call-Optionsschein) oder zu verkaufen (Put-Optionsschein). Dies kann entweder zu einem festen Zeitpunkt (europäischer Typ) oder innerhalb eines Zeitraums (amerikanischer Typ) erfolgen. Optionsscheine ohne spezielle Ausstattungsmerkmale werden oft auch als Plain-Vanilla-Optionsscheine bezeichnet.

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