Um die Nachlassplanung machen viele Menschen lieber einen Bogen. Und das, obwohl sich zwei von drei Deutschen über eine Erbschaft von mehr als 100.000 Euro freuen können, "Tendenz steigend", wie Markus Richert vom Vermögensmanager Portfolio Concept berichtet. Das deutsche Erbrecht ist allerdings mitunter kompliziert – besonders dann, wenn es sich nicht um ein Standard-Familienmodell handelt, sondern Patchwork-Konstellationen zu berücksichtigen sind. Damit der Familienfrieden nicht in Gefahr gerät, sollte eine klare Nachlassregelung also unbedingt getroffen werden. Insbesondere, wenn mehrere Angehörige gemeinsam Vermögen erben, führen persönliche Animositäten nicht selten dazu, dass keine Einigung über das Erbe erzielt werden kann.

Richert warnt vor Miterbengemeinschaften in komplexen Familienmodellen. Wenn beispielsweise die Kinder aus der ersten Ehe eines Erblassers sich in einer Miterbengemeinschaft mit der neuen Ehefrau und Kindern aus der zweiten Ehe wiederfänden, biete das oft Potenzial für Konflikte. Der Appell des Profis: "Streitigkeiten lassen sich vermeiden, wenn man rechtzeitig dafür sorgt, dass keine Erbengemeinschaft entsteht." Dafür ist eine sorgfältige Planung absolutes Muss. Mit einem Testament in der Schublade ist es aber nicht getan, laut Richert sollte ein vollständiger Finanzplan her, da sich Lebensumstände und Vermögenssituation im Laufe des Lebens immer wieder verändern können. Er sagt: "Genauso, wie man einmal im Jahr innehält und seine Vermögensanlagen überprüft, ist auch eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung des 'letzten Willens' notwendig." (fp)