FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2018

vertrieb & praxis I bernd vorbeck | universal-investment 240 www.fondsprofessionell.de | 1/2018 Foto: © Christoph Hemmerich U niversal-Investment ist so etwas wie der unbekannte Riese des deutschen Fondsmarktes. Die we- nigsten Privatanleger dürften den Namen schon einmal bewusst wahrgenommen haben, selbst wenn sie einen Fonds von Hendrik Leber, Wolfgang Mayr oder einem anderen bekannten Portfoliomana- ger im Depot haben, der von Universal- Investment als Service-KVG verwaltet wird. Dabei ist das Frankfurter Invest- menthaus Deutschlands größter banken- unabhängiger Fondsanbieter – vor allem dank des riesigen Master-KVG-Geschäfts mit Spezialfonds für institutionelle Investoren. Bernd Vorbeck, der Vorsitzende der Geschäfts- führung, kennt das Unternehmen in- und aus- wendig. Er kam schon 1989 an Bord, seit 1999 sitzt er in der Geschäftsführung. Dennoch war das vergangene Jahr ein besonderes: Die bei- den bisherigen Eigentümer, die Privatbanken Berenberg und Lampe, verkauften ihre Antei- le an die britische Beteiligungsgesellschaft Montagu. Seit Januar 2017 gehört Universal- Investment einem Private-Equity-Fonds. Herr Vorbeck, seit gut einem Jahr haben Sie einen neuen Eigentümer, die britische Beteiligungsgesellschaft Montagu. Was hat sich dadurch verändert? Bernd Vorbeck: Ich möchte zunächst kurz erwähnen, was sich nicht geändert hat: Wir sind als größte banken- unabhängige Investmentgesellschaft weiterhin sehr erfolgreich unter- wegs, sogar noch etwas erfolgrei- cher als zuvor. Im letzten Ge- schäftsjahr bis 30. September 2017 sind wir in allen Geschäftsbereichen gewachsen, durchschnittlich um rund 20 Prozent. Und auch das vier- te Quartal war sehr erfolgreich. Die Nettomittelzuflüsse in Spezialfonds lagen im Kalenderjahr 2017 bei 39,3 Milliarden Euro, in Publi- kumsfonds flossen 3,2 Milliarden, in Immobilienfonds weitere 3,5 Milliarden. Es kamen also rund 46 Milliarden Euro echtes Neugeld auf unsere Plattform. In Summe verwalten wir inzwischen 355 Mil- liarden Euro. Diese Größenordnung macht uns zu einem visiblen Marktteilnehmer, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Diese Position möchten wir weiter ausbauen. Ging mit dem Eigentümerwechsel denn ein Strategieschwenk einher? Wir haben in den vergangenen zwölf Mona- ten an unserer Strategie gefeilt und die Felder identifiziert, in denen wir uns weiterentwickeln wollen. Das positive Ergebnis ist, dass wir richtig aufgestellt sind, aber Potenziale sehen. Wir wachsen in allen Geschäftsfeldern – und, sehr wichtig: Wir wachsen überall profitabel. Das Geschäftsmodell an sich werden wir also nicht verändern. Wir werden weiterhin die tadellose, integre KVG bleiben, die wir heute sind – mit klarem Fokus auf der Administration von Wertpapieren, der Strukturierung von Alternatives und dem regelgebundenen Portfoliomanagement. Zu Ihrer Frage, was sich verändert hat: Der größte Unterschied ist, dass wir nun einen professionellen Investor haben. Der hat uns ja nicht einfach so gekauft, son- dern weil wir der Marktführer in unserem Segment sind und eine erstklassige Wachstumsstory bieten. Montagu sieht uns als Nukleus einer Konsolidierungsplatt- form, sowohl im nationalen als auch im euro- päischen Kontext. Unser klares Ziel ist es, Europas führende Fondsserviceplattform für alle Assetklassen zu werden. Und das bedeu- tet, dass wir in fünf Jahren eben nicht mehr 300 Milliarden Euro verwalten möchten, son- dern 500 Milliarden Euro. Um das zu errei- chen, nehmen wir viel Geld in die Hand. Soll das durch organisches Wachstum passieren oder durch Zukäufe? Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir zu signifikantem organischemWachstum in der Lage sind. Wir sind seit unserer Grün- dung vor fast 50 Jahren eigentlich nur orga- nisch gewachsen. Das soll auch Kern der Strategie bleiben. Nun wollen wir unser Wachstumstempo weiter erhöhen. Dafür müssen wir nicht zwangs- läufig Mitbewerber übernehmen, haben aber die Mittel, das zu tun. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Zeit der kleinen Platt- formen vorbei ist. Das liegt unter anderem am gestiegenen Regulie- rungsdruck, der sich im Wesent- lichen als Kostendruck äußert. Nur ein Beispiel: Wir haben allein im Dezember 700 Manntage in- vestiert, um die Investmentsteuer- reform pünktlich über die Ziellinie zu bekommen. Das war ein grö- ßeres Projekt als die Euro-Einfüh- Bernd Vorbeck, Geschäftsführer der Service-KVG Universal-Investment , über den neuen Eigen- tümer Montagu, die ambitionierten Wachstumsziele seines Hauses, Pläne für einen weiteren Standort und die Frage, wie die Blockchain das Fondsgeschäft revolutionieren könnte. „Unsere Wachstumsstory lebt » Unser klares Ziel ist es, Europas führende Fondsserviceplattform für alle Assetklassen zu werden. « Bernd Vorbeck, Universal-Investment Beachtliches Wachstum Von Universal-Investment verwaltetes und administriertes Vermögen In Summe administriert der Frankfurter Fondsanbieter Universal-Investment auf seiner Plattform inzwischen 355 Milliarden Euro. Quelle: Universal-Investment 0 50 100 150 200 250 300 350 400 (KVG, Custodians D 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 Mrd. Euro Insourcing (KVG, Custodians, Asset Manager) Direktanlagen UCITS / Publikums-AIF Spezial-AIF/|InvAG Assets under Management

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