FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2023

Der DEUTSCHE FONDSPREIS wird an die besten aktiven Fonds- manager der vergangenen fünf Jahre vergeben. Doch wie schlagen sich diese nach der Verleihung? Die Re- daktion hat nachgesehen. Auf zu neuen Grenzen Investmentstrategien, die auf New Frontier Markets abzielen, waren im laufenden Jahr unter den Gewinnern des DEUTSCHEN FONDSPREISES am erfolgreichsten. N ahezu ein Jahr ist es her, dass der DEUTSCHE FONDSPREIS 2023 vergeben wurde (siehe Ausgabe 1/2023, Sei- te 394) – der ideale Zeitpunkt, ein Resü- mee über die seither erfolgte Performance zu ziehen. Der Award selbst wird von FONDS professionell in Kooperation mit dem Institut für Vermögensaufbau (IVA) vergeben.Dabei werden nur Fonds berück- sichtigt, die über einen fünfjährigen Beob- achtungszeitraum hinweg aktive positive Ergebnisse erwirtschaftet haben. Auf der Suche nach dem Alpha Für die Berechnung werden zunächst al- le potenziellen Siegerkandidaten anhand ihrer Ertrags- und Risikodaten gereiht. „Die besten Fonds werden anschließend durch das IVA auf Basis ihrer Anlagerichtlinien dahingehend untersucht, ob sie tatsächlich dank der Managementleistung einen Mehrwert in ihrer Anlagestrategie erzielen konnten oder ob sie lediglich aufgrund eines weiter gefassten Anlageuniversums besser abgeschnitten haben“, erläutert IVA- Co-Vorstand Andreas Ritter die Herange- hensweise des Instituts. Auf diese Weise werden Fonds, die kein erkennbares Alpha erzielt haben, zurückgereiht – auch dann, wenn ihre nackten Ertragsdaten besser sind als jene anderer Fonds derselben Gruppe. Die Performance wird in Euro bewertet und bildet den Nettogesamtertrag ab. Das Motto, unter das man das Jahr bis zum Stichtag 30.Oktober setzen kann, lässt sich jedenfalls relativ e zient in drei Wor- ten zusammenfassen: „New Frontier Mar- kets“. Aus diesem Segment hat sich die Aktienstrategie von HSBC im Jahresverlauf als die erfolgreichste herausgestellt: Ein Plus von 14,7 Prozent steht demnach für den HSBC GIF Frontier Markets zu Buche. Fokussierte Region Dass der Fonds, der von Jennifer Pass- moor und Ramzi Sidani gemanagt wird, die lokale Zuspitzung auf Frontier Markets ernst nimmt, beweist ein Blick auf die geo- gra sche Zusammensetzung: Demnach machen die Vereinigten Arabischen Emira- te mit 17 Prozent, in der Folge Kasachstan, Saudi-Arabien, Vietnammit jeweils 13 Pro- zent und schließlich Katar mit 7,5 Prozent die Top-Five-Regionen des Investment- universums aus. Als Referenzindex wird zwar der MSCI Frontier Emerging Markets Capped angeführt, das Management zeigt aber keine Scheu, sich teils deutlich davon zu entfernen. Das zeigt sich an der sektora- len Aufteilung. Diese wurde per 30. Sep- tember laut Eigenangaben zu knapp 37 Prozent von Finanztiteln angeführt. Das klingt recht fokussiert, liegt aber rund zehn Prozentpunkte unterhalb des Referenz- index, der dem Finanzsektor gegenüber ein Exposure von 46 Prozent aufweist. New Frontier Markets haben dabei insgesamt » Es wird untersucht, ob die Fonds tatsächlich dank der Management- leistung einen Mehrwert erzielen konnten. « Andreas Ritter, Co-Vorstand IVA fondsprofessionell.de 4/2023 193 FOTO: © GÜNTER MENZL

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