FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025
FOTOS: © SHAWN HEMPEL | STOCK.ADOBE.COM, AXEL GAUBE FÜR FONDS PROFESSIONELL fondsprofessionell .de Editorial MEINUNG S tellen Sie sich vor, Sie betreiben in dritter Generation ein Lebensmittelgeschäft in der Innenstadt. IhrOpa verkaufte ingenaudiesemLaden einst vor allemObst undGemüse der umliegenden Bauern, außerdemMilch und Joghurt aus der Mol- kerei des Nachbarorts. Mutter und Vater erweiter- ten das Sortiment deutlich, konzentrierten sich aber imWesentlichen auf Grundnahrungsmittel. Gab ja kaum was anderes. Und Sie? Haben quietschblaue Energy-Drinks, Fertiggerichte und fettige Donuts in Plastikverpackung imRegal, deren bloßer Anblick Diabetes zu verursachen droht. Warum? Weil die Kunden das Zeug eben wollen. Vielleicht erklärt dieses kurze Gedankenexperi- ment, weshalb viele Filialbanken begonnen haben, Bitcoin ins Sortiment aufzunehmen (lesen Sie hier- zu auch den Beitrag ab Seite 416). Sie befürchten – wahrscheinlich zu Recht –, dass sie einen rele- vanten Teil ihrer Kunden verlieren würden, wenn sie bei ihnen keine Kryptowährungen bekommen. Die Banken werden ihren Kunden zwar schon aus Compliance-Gründen nicht aktiv zu Bitcoin raten. Aber wer unbedingt Kryptosmöchte, soll sie haben. Wie bei der Fertigpizza. EinBitcoin verbrieft das Recht auf nichts.Wer Bit- coin in Erwartung einerWertsteigerung kauft, spe- NXOLHUW DOVR GDUDXI LQ=XNXQIW MHPDQGHQ ]X ljQGHQ der ihmmehr Geld für nichts bezahlt. Fürs Depot sind Kryptowährungen wahrscheinlich ähnlich ge- sund wie quietschblaue Energy-Drinks zum Früh- stück. Aber die Kunden wollen das Zeug eben. FP Was Bitcoin mit Energy-Drinks eint Ihr Bernd Mikosch, Chefredakteur fondsprofessionell.de 4/2025 11
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