FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

Aktien mal anders Long-Short-Strategien profitieren momentan von den großen Bewertungsdifferenzen. Marktneutrale Ansätze können sogar bei fallenden Märkten Rendite liefern. Die wichtigsten Konzepte. A ngesichts hoher Kurse und Bewer- tungen wächst die Nachfrage nach Strategien, deren Erträge weniger stark von der absoluten Richtung der Märkte abhängen. Hier kommen Long-Short- und marktneutrale Strategien ins Spiel: Sie sol- len mehr oder weniger unabhängig vom Auf und Ab der Märkte Chancen nutzen und Erträge aus alternativen Renditequel- len liefern. Low Beta ist das Schlagwort bei solchen Konzepten. Die Ansätze stam- men zwar ursprünglich aus dem Hedge- fondsbereich, regulierte UCITS-Fonds bieten aber auch Privatanlegern einfachen Zugang. Viele der Strategien liefen zuletzt sehr gut, ihren wahren Mehrwert sollten sie aber erst dann ausspielen, wenn es an den Märkten ungemütlich wird. Die Strategien kombinieren grundsätz- lich zwei entgegengesetzte Trades: Die Long-Positionen können klassische Aktien abbilden, bei denen der Fondsmanager auf steigende Kurse setzt. Auf der ande- ren Seite stehen die Short-Positionen über Derivate, die von fallenden Kursen pro- ljWLHUHQ 'LH /RJLN GDKLQWHU LVW DQ VLFK VLPSHO DEHU Hȯ]LHQW 0LW GHU ULFKWLJHQ Kombination lässt sich sowohl an den Kursgewinnen der Long-Positionen als auch an den Kursverlusten der Short-Posi- tionen verdienen. Entscheidend für den Erfolg ist die rich- tige Einschätzung einzelner Aktien oder ganzer Indizes und der relativen Entwick- lung zueinander. Im Idealfall kann eine Long-Short-Strategie auch in schwachen Börsenphasen positive Erträge erzielen, wenn die Gewinne auf der Short-Seite mögliche Verluste auf der Long-Seite kom- pensieren. Sonderform Bis hierhin sind die beiden Fondskate- gorien „Long-Short“ und „Markneutral“ vergleichbar. Der Unterschied: Marktneu- trale Strategien sind gewissermaßen eine Sonderform der Long-Short-Strategien, erklärt Robert Schramm-Fuchs, Portfolio- manager bei Janus Henderson. Die klas- sischen Long-Short-Strategien weisen ein positives Markt-Beta auf und gehen teils, aber eben nicht voll mit dem Markt mit. Sie haben also ein Marktrisiko, aber eben auch eine Marktchance. Marktneutrale Strategien versuchen, dieses Risiko vollständig auszuschalten. Sie sollen Erträge erzielen, die unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung sind. Um das zu erreichen, werden Long- und Short-Positionen in etwa gleichem Umfang aufgebaut. Für jeden investier- ten Euro auf der Long-Seite steht also ein vergleichbarer Betrag auf der Short-Seite. Dadurch sollen sich Marktschwankun- gen gegenseitig aufheben. Entscheidend ist allein die richtige Auswahl der Long- und Short-Positionen. Das Ergebnis ist im Marktneutrale Aktienstrategien, die von steigendenund fallendenKursen profitieren können, verbuchten im ersten Halbjahr 2025 Zuflüsse von mehr als zwei Milliarden Euro, zeigt eine Analyse von Lupus Alpha. » Mit ihren spezifischen Rendite-Risiko-Profilen helfen Liquid Alter- natives Investoren, ihre Portfolios besser auszubalancieren. « Ralf Lochmüller, Lupus Alpha 130 fondsprofessionell.de 4/2025 MARKT & STRATEGIE Alternative Investments FOTO: © OKFOTO.IT | STOCK.ADOBE.COM

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