FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

besten Fall eine stabile Rendite, die nicht mit dem Auf und Ab der Aktienindizes korreliert. Unkorrelierter Portfoliobaustein Grundsätzlich eignen sich alle Long- 6KRUW 6WUDWHJLHQ ]XU 'LYHUVLljNDWLRQ HLQHV Portfolios. Klassische Long-Short-Ansätze weisen dabei prinzipiell ein Aktienmarkt- risiko auf, allerdings bei einer geringen Korrelation zu den allgemeinen Markt- trends. Marktneutrale Fonds gehen natur- gemäß weiter und bilden imPrinzip einen unkorrelierten Portfoliobaustein. Sie sind damit auch kein Ersatz für klassische Aktieninvestments, sondern stellen eher eine Ergänzung dar, um das Risiko im Gesamtportfolio zu reduzieren und die Erträge zu stabilisieren. Gerade institu- tionelle Investoren nutzen solche Strate- gien, um die Entwicklung des Portfolios zu glätten. Doch auch wenn die Konzepte vielver- sprechend klingen, sollten Anleger realisti- sche Erwartungen haben. In starken Auf- schwungphasen können die Fonds hinter dem Markt zurückbleiben, da ihre Short- Positionen Gewinne auf der Long-Seite teilweise neutralisieren. Dafür können sie in Korrekturphasen Stabilität bieten und Verluste abfedern. Kurzfristige Höchst- renditen sind also eher unwahrschein- lich. Für langfristig orientierte Investoren, die ihr Portfolio robuster gegen Markt- schwankungen machen wollen, können solche Strategien jedoch ein wertvoller Baustein sein. Am Ende hängt der Erfolg eines Long- Short- oder marktneutralen Fonds vor allem von der Qualität der Umsetzung DE 'DKHU HPSljHKOW VLFK EHL GLHVHQ 3UR- dukten – wie bei allen alternativen Anla- gen – eine sorgfältige Prüfung der Fonds- konzepte. In den starken Aktienmärkten der vergangenen drei Jahre haben sich die Ansätze mit höherem Beta naturgemäß besser entwickelt als die marktneutralen Ansätze. In Phasen sinkender Aktien- kurse sollten dagegen die marktneutralen Strategien beständigere Erträge generie- ren, sofern die Konzepte aufgehen. Da die Fonds umfassend Derivate nutzen, ist ein großer Teil des Portfolios ständig in Liquidität am Geldmarkt investiert. Hier SURljWLHUHQ GLH )RQGV YRQ GHQ JHVWLHJHQHQ Geldmarktzinsen seit 2022. Meist wer- den auch Geldmarktsätze als Benchmark gewählt, eine zusätzliche Performance Fee ist üblich. Beta-Beimischung Wie andere Long-Short-Ansätze ist der Alken Absolute Return darauf aus- gerichtet, positive Erträge bei geringerer Schwankung zu liefern: „Der Fonds ist konzipiert für Anleger, die Kapitalwachs- tum über einen Marktzyklus hinweg bei etwa der Hälfte der Volatilität des europäi- schen Aktienmarktes anstreben“, heißt es bei Alken Asset Management. Die Vola- WLOLWÌW YRQ 3UR]HQW VHLW $XijDJH blieb deutlich unter der des europäischen $NWLHQPDUNWHV YRQ UXQG 3UR]HQW ĞEHU denselben Zeitraum. Zugleich lag die Per- formance der vergangenen Jahre ungefähr auf dem Niveau des Aktienmarktes. Die aktuellen Marktbedingungen seien positiv für die Strategie, meint Alken- Geschäftsführer und Portfoliomanager Nicolas Walewski: „Anhaltende Kon- zentrationsrisiken und Bewertungsunter- schiede bieten gute Investitionsmöglich- NHLWHQĺ =XOHW]W SURljWLHUWH GHU )RQGV XQWHU anderem von Long-Positionen in Rhein- metall und Renk. Allerdings habe man das Netto-Engagement am Markt nach der starken Jahresperformance reduziert, so Walewski. Eine fundamentale Long-Short-Aktien- strategie auf europäische Mid bis Mega Caps verfolgt der Carmignac Portfolio Long-Short European Equities, der von Malte Heininger, dem Investmentchef » Unsere Strategie zielt darauf ab, eine hohe Alpha-Rendite bei gleich- zeitig niedrigem Markt- Beta zu erzielen. « Malte Heininger, White Creek Capital 132 fondsprofessionell.de 4/2025 MARKT & STRATEGIE Alternative Investments FOTO: © JUPITER ASSET MANAGEMENT, TOM BIRTCHNELL | FONDS PROFESSIONELL | ALKEN Nicolas Walewski, Alken: „Anhaltende Konzen- trationsrisiken und Bewertungsunterschiede bieten gute Investitionsmöglichkeiten.“ Amadeo Alentorn, Jupiter Asset Management: „Anleger sollten alternative Anlagen einbeziehen, die eine geringe Korrelation aufweisen.“

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=