FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

wir den Fonds bewusst sehr aktiv und opportunistisch. Das schlägt sich auch in Zahlen nieder: Wir haben einen Tracking Error von momentan sechs bis sieben Prozent, eine aktive Quote von rund 87 Prozent und ein Beta von 1,1. Die Werte mögen hoch erscheinen, sind aber Aus- ijXVV HLQHU NODUHQ:DFKVWXPVRULHQWLHUXQJ mit der wir an den Markt herangehen. Eines unserer Ziele ist es, echte Alternati- ven zu sehr US-zentrierten Portfolios zu bieten, in denen oftmals nur sieben große US-Tech-Konzerne ein Viertel des gesam- ten Portfolios ausmachen. Das ist für viele Investoren inzwischen ein Klumpenrisiko. Was können Sie über die aktuelle Gewich- tung Ihrer drei großenThemensagen? Stand heute sind rund 38 Prozent im Bereich Reshoring von industrieller Pro- duktion investiert. Ein nicht ganz so hoher Anteil entfällt auf das Thema Ener- gieresilienz, und mit etwa einem Viertel seines Volumens investiert der Fonds in Aspekte wie Verteidigung und Cyber- sicherheit. Den letztgenannten Bereich haben wir im Sommer aufgestockt, als es zu Gewinnmitnahmen und Kurs- rückgängen kam. Das ist aber nur die Momentaufnahme, insgesamt wird das 3RUWIROLR VHKU ijH[LEHO JHPDQDJW XQG MH nach Entwicklung dynamisch angepasst. NennenSieunsBeispiele fürAktien, dieSie gezielt haltenoder bewusstmeiden? Bei Energieresilienz haben wir mit den HUZÌKQWHQ 1H[DQV 1.7 XQG 3U\VPLDQ einige der europäischen Marktführer im Portfolio, die mit zentralen Infrastruk- WXUSURMHNWHQ EHDXIWUDJW VLQG HWZD GHU $QELQGXQJ YRQ 2ȬVKRUH:LQGSDUNV ,P %HUHLFK *UXQGVWRȬH JHIÌOOW XQV 'DQLHOL aus Italien. Das ist ein Hidden Cham- pion bei Stahlwerken, einem Bereich mit enormer Bedeutung für viele Schlüssel- industrien. In der Verteidigung setzen wir einerseits auf bekannte Namen wie Rheinmetall und Kongsberg, aber ebenso auf Unternehmen wie Indra Sistema aus Spanien, das vor allem im Bereich sichere Kommunikation und Cyber eine große Rolle spielt, etwa für Regierungen und kritische Infrastruktur wie Flughäfen. Siehabenanderswogesagt,IhrFondsinves- tierein„mehralsnurinRheinmetall“.Istdas lediglich eine hübschere Verpackung für einenklassischenRüstungsfonds? Ich sehe, worauf Sie hinauswollen. Aber unser Ansatz ist tatsächlich breiter ange- legt. Es geht nicht nur um Panzer und Munition. Wir halten gezielt Ausschau nach Unternehmen, die etwa im Bereich Technologie, Datensicherheit und KI for- schen. Firmen also, die Verteidigung als Ökosystem begreifen, in dem klassische Industrie und moderne Softwarelösun- gen Hand in Hand gehen. Es gibt zudem Spannendes wie die Zusammenarbeit von Rheinmetall mit innovativen Tech- Firmen wie Helsing oder Stark. Letztere sind privat, aber solche Hybride suchen wir durchaus. EinenzentralenBegriffhabenSienochnicht erwähnt:„DualUse“.KönnenSiekurzerklä- ren, wieSie in der Praxismit Unternehmen umgehen, derenProdukte sowohl zivile als auchmilitärischeAnwendunghaben? „Dual Use“ ist für uns natürlich ein bedeutendes Kriterium – und zugleich eine Grauzone. Mit unserem Respon- sible Investment Team prüfen wir, was XQVHUHU $XȬDVVXQJ QDFK YHUWUHWEDU LVW ([SOL]LWH $XVVFKOXVVNULWHULHQ JLEW HV HWZD EHL &KHPLH XQG $WRPZDȬHQ 6WUHXPX- nition – all das ist klar verboten. Aber in vielen Fällen, bei Sensorik oder Kommu- nikationssystemen beispielsweise, lässt sich die Grenze nicht scharf ziehen. Uns ist es wichtig, transparent zu machen, wie wir entscheiden, und auch das Gespräch mit Investoren zu suchen. Viele Investoren » Mit Blick auf die geopolitische Lage verstehen die meisten Kunden heute, dass Verteidigung kein Widerspruch zu Nach- haltigkeit sein muss. « Hilde Jenssen, Nordea Asset Management MARKT & STRATEGIE Hilde Jenssen | Nordea Asset Management 152 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © JOE MORTENSEN FÜR FONDS PROFESSIONELL

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