FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

über der Marke von 100 Millionen Euro sind, obwohl die Performance sehr gut ist. Wie steht es um die Performance der beiden Fonds? Der Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value kommt seit dem Start vor rund dreieinhalb Jahren auf gut 15 Prozent per annum, der Index in rund fünfeinhalb Jahren auf über 14 Prozent im Jahr. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen liegt seit Jahresbeginn bei etwa zehn Pro- zent, während Wettbewerber teils nahe null sind. Dies zeigt auch den Erfolg des Strategiewechsels. Gegen den MSCI World haben wir 2024 ordentlich outper- formt, trotz vieler Sektorausschlüsse. AproposAusschlüsse:IhrESG-Ansatzsteht seit 2014. Bleibt dasso? -D .HLQH 5ĞVWXQJ NHLQH 3RUQRJUDljH kein Öl- und Gas-Fracking, kein Mining. Ich habe die Berkshire-Aktie verkauft, weil das Exposure aufgrund der Fracking- Investments des Unternehmens nicht mehr zu unseren Kriterien passte. ESG ist für uns kein Marketing, sondern Teil der Risikosteuerung – auch wenn es medial zyklisch ist. Es wird auch Zeiten geben, in denen das Thema wieder mehr en vogue ist. Und es gibt Märkte wie die Schweiz: Wenn ich gar nicht nachhaltig bin, muss ich dort nicht anklopfen. Zudem sind bei uns immer noch viele Stiftungen inves- tiert, die eher konservativ sind und Wert auf einen entsprechenden ESG-Ansatz legen. Der Frankfurter Stiftungsfonds wurde dieses Jahr in Long-Term Value Fund umbenannt und die Strategie in Richtung Multi-Manager-Value-Fonds angepasst. Wie kommt das im Vertrieb an? Wir verwalten im Frankfurter Long-Term Value Fund derzeit 24 Millionen Euro. 'LH PDVVLYHQ =XijĞVVH ]HLJHQ VLFK YHU- ständlicherweise noch nicht, dazu ist die Umstellung des Mandats noch zu frisch. Zudem ist der Wettbewerb viel intensiver geworden, es gibt eben viele gute Fonds, die um die Gunst der Investoren buhlen. Da gilt es erst einmal, entsprechende Beständigkeit zu liefern. Aktuell ist unser großer Vorteil, dass wir gegenüber dem MSCI World dieses Jahr eine schöne Out- performance erzielen konnten, was uns viel Interesse beschert. Aber ich bin nicht DXI GHQ 06&, :RUOG lj[LHUW VFKOLHĕOLFK ljQGHQ VLFK LP ,QGH[ YLHOH 6HNWRUHQ GLH gut gelaufen sind – etwa Öl, Gas, Mining, Minerals oder Rüstung –, die durch unsere ESG-Filter ausgeschlossen werden. In welchen Bereichen nutzen Sie KI beziehungsweise wie sind Ihre Erfah- rungen mit dem Thema? Im Fondsmanagement funktioniert aus meiner Sicht die KI auf Basis von Finanz- daten aktuell noch gar nicht. Alles, was wir probiert haben, ist Schrott. Wir haben selbst drei Programmierer, das klappt nicht. Aber es funktioniert in anderen Bereichen. Wir nutzen KI sehr erfolgreich für das Research über die Firmenkultur und Governance-Analysen und zapfen unterschiedlichste Quellen an. Dabei nut- zen wir auch unterschiedliche KIs, da es bei allen Qualitätsunterschiede gibt. Sie sind jetzt 61 Jahre alt. Was treibt Sie weiterhin an, und wie sichern Sie die Zukunft der Firma? Leidenschaft fürs Investieren. Ich will so lange investieren, wie es geht – und paral- lel die Firma so ausbauen, dass sie ohne mich stark bleibt, was wir etwa auch mit der Chance einer Mitarbeiterbeteiligung nach fünf Jahren umgesetzt haben. Die Ziele sind Stabilität, Bindung und Unter- nehmertum im Team – damit die Orga- nisation irgendwann einmal auch ohne mich reibungslos weiterläuft. VielenDank für dasGespräch. GEORG PANKL FP » ESG ist für uns kein Marketing, sondern Risikosteuerung – auch wenn es medial zyklisch ist. « Frank Fischer, Shareholder Value MARKT & STRATEGIE Frank Fischer | Shareholder Value Management 164 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

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