FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

auf einem neuen Zinsniveau weiterent- wickelt. Der Immobilienmarkt braucht hingegen viel länger, sich an ein neues Preisgefüge anzupassen. Das ist im Nor- malfall ein Vorteil, da dies zu Stabilität in den Portfolios der Investoren führen kann, wenn Preise nicht täglich schwanken. Bei einer generellen Preiskorrektur kann das jedoch ein Nachteil sein. So haben wir auch drei Jahre nach der Zinswende noch KÌXljJ GLH 6LWXDWLRQ GDVV .ÌXIHU XQG 9HU- NÌXIHU QLFKW ]XVDPPHQljQGHQ =XGHP LVW GLH EHJUHQ]WH .DSLWDOYHUIĞJEDUNHLW LQVEH- sondere im Core-Segment, also Immobi- lien mit eher geringerem Risiko, heraus- fordernd. Als es während der Niedrigzins- phase problematisch war, Immobilien zu kaufen, wollten alle ihr Geld investieren. Jetzt könnte man attraktiv investieren, aber es ist viel weniger Geld da. DieLiquiditätIhrerdreioffenenImmobilien- fonds mussten Sie wahrscheinlich dafür verwenden, Rückgabewünsche zu erfül- len. Wie beurteilen Sie das Dilemma, dass SiedieLiquiditätgeradejetztbräuchten,um Opportunitätenwahrzunehmen,esmomen- tanaber nichtmehr können? Das ist auf der einen Seite sehr bedauer- lich, aber auch nicht völlig überraschend. ,PPRELOLHQLQYHVWPHQWV ZXUGHQ KÌXljJ eingegangen, weil es an Alternativen mangelte, den Negativzinsen auszuwei- chen, und weniger aus portfoliogestalteri- schen Erwägungen. Nach der Zinswende brauchten diese Investoren die Immobi- lien für diesen Zweck eigentlich nicht mehr. Das ist eine unglückliche Situation, weil Immobilien nicht so schnell gehan- delt werden können. Auf der anderen 6HLWH KDEHQ ZLU GHQ .XQGHQ LQ GHQ RȬH- nen Immobilienfonds ja auch ein Verspre- chen gegeben, sodass es unsere Aufgabe ist, das zu managen, auch wenn derzeit nicht der ideale Zeitpunkt zum Verkau- fen ist. Wie spiegeln sich die Anteilsrückgaben im AnteileumlaufIhrerImmobilienfondswider? 'LH 9ROXPLQD XQVHUHU )RQGV VLQG VLJQLlj kant gesunken. Wir haben schon früh .ĞQGLJXQJHQ HUIDKUHQ KönnenSiedasbeziffern? ,Q GHU 6SLW]H YHUZDOWHWHQ XQVHUH GUHL RȬH- nen Publikumsfonds rund 15,5Milliarden Euro, jetzt sind es etwa 9,5 Milliarden. Für den überwiegenden Teil dieses Rückgangs sind tatsächlich Mittelrückgaben verant- wortlich, der Rest sind Verkehrswertredu- zierungen. Das war nicht nur bei unseren Produkten so, sondern weltweit bei ver- gleichbaren Vehikeln sichtbar. Der Qualität nach, d’accord. Aber was die HöhederAuswirkungenbetrifft,waresnicht überall gleich. Das ist richtig, verweist aber auch auf ein grundsätzliches Problem der Immobilien- bewertung. Immobilienmärkte sind nicht zuletzt deswegen intransparent, weil jede Immobilie anders ist. Mein Lieblingsbei- spiel ist hier um die Ecke: Wir haben gegenüber das Trianon und direkt dane- ben die Doppeltürme der Deutschen Bank. Da würde man eigentlich sagen, beide Objekte sind vergleichbar. Beides sind Hochhäuser in ähnlicher Lage. Zuge- geben, die Doppeltürme sind moderner. » Die geringe Volatilität und Transparenz von Immobilien- märkten können Fluch und Segen zugleich sein. « Christian Bäcker, DWS fondsprofessionell.de 4/2025 207 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

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