FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025
Ladenkonzept, also für die Präsentation am Standort, fehlen. Ihr Kerngeschäft ist der Warenhandel, nicht die Immobilien- bewirtschaftung, von dem großen Volu- men an Kapital mal ganz abgesehen.“ Standortqualität Ein guter LEH-Standort wird wesent- lich durch die Größe seines Einzugsgebiets bestimmt, durch die Kaufkraft, die die Einwohner dort haben, und VHLQH (UUHLFKEDUNHLW PLW ĆȬHQW- lichen Verkehrsmitteln. Und wer mit dem eigenen Pkw vorfährt, will natürlich nicht Parkplatz suchen müssen. Allen Standorten kommt eine gesetzlich geregelte Ver- knappung zugute. Die deut- sche Baunutzungsverordnung erschwert nämlich ab einer Größe von 800 Quadratme- WHUQ 9HUNDXIVijÌFKH GLH *HQHK- migung für neue Standorte drastisch. Damit soll verhin- dert werden, dass wohnort- nahe Geschäfte, auf die vor allem nicht motorisierte Ein- wohner angewiesen sind, durch neue und größere Zentren verdrängt werden. „Das war auch das Spannende an den Märkten der Lebensmittelkette Real, die 2023 in die Insolvenz ging“, sagt Brinker. „Mehrere tausend Quadratmeter geneh- PLJWH 9HUNDXIVijÌFKH PLW 5HOHYDQ] IĞU die Innenstadt, aber außerhalb ihres Kern- gebiets – die bekommen Sie an solchen Standorten nicht wieder genehmigt.“ Dort sei ein Neubau fast unmöglich. Wer also neu an einem lukrativen Standort ver- treten sein möchte, müsse sich mit dem Eigentümer bestehender Immobilien eini- gen. „Das macht aus Investorensicht groß- ijÌFKLJHQ /HEHQVPLWWHOHLQ]HOKDQGHO VXSHU interessant“, erläutert Brinker. Standortveränderungen Standorte von Nahversorgungsimmo- ELOLHQ SURljWLHUHQ DXFK YRQ DOOHQIDOOV VHKU geringen Nachfrageschwankungen. „Die Standortanforderungen für Angebote des täglichen Bedarfs sind äußerst stabil, da sie sich immer in der Nähe der Verbrau- FKHU EHljQGHQ XQG HLQH ZLHGHUNHKUHQGH Versorgungsfunktion erfüllen“, erläutert Oliver Weinrich, Portfoliomanager beim auf Nahversorgungsimmobilien speziali- sierten Fondsanbieter Habona. 'HPRJUDljVFKH 9HUÌQGHUXQJHQ GLH ZHVHQWOLFKHQ (LQijXVV DXI GLH *UĆĕH HLQHV Einzugsgebiets oder dessen Kaufkraft hätten, sind Pro- zesse von Jahrzehnten. „Da müsste sich etwas schon sehr gravierend ändern“, sagt Brin- ker. Er berichtet von einem Fall, in dem eine Bundesstraße umgelegt wurde und nicht mehr an einem Markt vor- beiführte. „Dergleichen Ein- schnitte sind aber sehr, sehr selten, und in solchen Situatio- nen hat man immer auch die Händler auf seiner Seite, die versuchen, das zu verhindern.“ Übliche Mietverträge mit Lebensmitteleinzelhändlern haben eine Laufzeit zwischen » Händler bevorzugen langfristige Mietverträge, um sich attraktive Standorte dauerhaft zu sichern. « Thomas Kuhlmann, Hahn-Gruppe fondsprofessionell.de 4/2025 213 FOTO: © HAUCK AUFHAEUSER LAMPE PRIVATBANK AG, CHRISTOPH HEMMERICH | FONDS PROFESSIONELL | HABONA INVEST Gegessen wird immer (mehr) Nettoumsatz im deutschen Lebensmitteleinzelhandel in Mrd. Euro Der Lebensmitteleinzelhandel entwickelt sichweitgehend unabhängig von konjunkturellen Zyklen. Quelle:EHIRetail Institute 0 50 100 150 200 250 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 Discounter Supermärkte Große Supermärkte SB-Warenhäuser Übrige Lebensmittelgeschäfte Patrick Brinker, Hauck Aufhäuser Lampe: „Würden die Händler ihre Standorte kaufen, würde ihnen das Geld für ihr Ladenkonzept fehlen.“ Oliver Weinrich, Habona Invest: „Sowohl der Mieter als auch der Vermieter haben eine lang- fristige Kalkulationsgrundlage.“
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