FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025
(siehe Tabelle unten), die sich zunächst in die beiden Bereiche Stromhandel und Bereitstellung von Regelenergie unter- gliedern lassen. Unter Regelenergie ist die Energie zu verstehen, die benötigt wird, um Schwankungen im Stromnetz aus- zugleichen und die Netzfrequenz stabil bei 50 Hertz zu halten. „Ab einer Abwei- chung von 0,2 Hertz droht bereits eine erhöhte Blackout-Gefahr. Weil Batterien in beide Richtungen funktionieren, können sie Frequenzspitzen sowohl nach oben als auch nach unten ausgleichen. In der Regel geht es dabei aber um Sekundenzeiträume oder wenige Minuten“, erläutert Aquila- Capital-Fondsmanager Laier. Ist eine Frequenzregulierung für nur wenige Sekunden notwendig, dann greift das Netz auf die „Frequency Containment Reserve“ (FCR) zu. Sie wird von Batterie- betreibern als Kontingent zur Verfügung gestellt und bereits für die alleinige Bereit- stellung vergütet – unabhängig davon, ob Leistung in Anspruch genommen wird oder nicht. Reicht diese primäre Regel- leistung nicht aus, wird eine zweite Stufe aktiviert: Bei länger anhaltenden Stö- rungen – wobei auch diese in der Regel nur einige Minuten dauern – kommt die „automatic Frequency Restoration Reserve“ (aFRR) zumTragen. Bei ihr wird sowohl die Bereitstellung eines Leistungs- kontingents als auch die tatsächlich abge- rufene Leistung vergütet. Arbitrage Beim Stromhandel als Erlösmodell von BESS werden „Day Ahead“ und „Intra- day“ unterschieden. Beide Modelle arbi- trieren Preisunterschiede. Bei Ersterem werden bestimmte Energiemengen zur Lieferung am nächsten Tag auktioniert, bei Zweiterem wird Strom innerhalb des- selben Tages gehandelt, mitunter wenige Minuten vor der Lieferung. Die Preise bilden sich auf der Basis des sich minüt- lich ändernden Verhältnisses von Angebot und Nachfrage. Die vier Vermarktungsformen sind an keine bestimmte Technologie gebunden und erfordern keine Entscheidung für nur eine der Strategien. „Durch sogenanntes Revenue Stacking können Speicher meh- rere Märkte gleichzeitig bedienen – etwa Intraday-Handel und Regelleistung. Diese Flexibilität ist ein zentraler Werttreiber und wird durch digitale Steuerungs- systeme weiter optimiert“, sagt Kaufholt- Mecke. TILMAN WELTHER FP Flexibility as a Service Erlösmodelle von Batterie-Energiespeichersystemen (BESS) Kategorie Bedeutung Reaktionszeit Rolle des BESS Erlösquelle DayAhead EnergiekontraktefürdenFolgetag Stundenvorab Laden/Entladen(Lastspitzen glätten)imTagesverlauf Spotmarkt Intraday KurzfristigerEnergiehandel amselbenTag Minuten bisStunden ReaktionaufPreisspitzen undPrognoseabweichungen Arbitrage(NutzungvonPreis- differenzenanStrommärkten) FCR(Frequency ContainmentReserve) Primärregelleistung zurFrequenzstabilisierung Sekunden Sofortige Leistungsbereitstellung Regelleistungsvergütung aFRR(automaticFrequency RestorationReserve) Automatische Sekundärregelleistung Bis5Minuten Automatisch aktivierteRegelenergie Vergütungfürbereitgestellte undabgerufeneLeistung Die vier Erlösmodelle sindmiteinander kombinierbar (Revenue Stacking). Kontingente bereitgestellter Reserveenergie haben jedoch Vorrang. Quelle:FONDSprofessionell 222 fondsprofessionell.de 4/2025 SACHWERTE Erneuerbare Energien FOTO: © BVES I MUNICH RE, CSM | RECONCEPT Sebastian Scholz, BVES/Munich RE: „Energie- speicher sindeineneueAssetklassemitwachsender industrieller Tiefe.“ Christiane Kaufholt-Mecke, Reconcept: „Hybrid- oder Co-located-Lösungen profitieren von Kosten- vorteilen durch gemeinsame Infrastruktur.“
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