FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

ZHQQ GHU 1HWWRWDULI SOXV +RQRUDU RȬHQ- sichtlich günstiger gewesen wäre. Deshalb kommen wir zum Fazit, dass jede Wahl- möglichkeit besser ist als keine. Apropos Vergütung: Wie wirkt sich die DebatteumUnabhängigkeitundProvisions- begrenzungen auf die Gewinnsituation der Vermittler aus? Bisher für mich erkennbar nicht. Die Gewinne der Vermittler steigen. Viel wichtiger ist, dass sich derzeit alle Vermitt- ler mit größeren Sach- und Kfz-Beständen IUHXHQ NĆQQHQ 'LH ,QijDWLRQ LP 6FKDGHQ und imBaubereich spült ihnen zusätzliche Bestandsvergütungen in die Kassen. Was sind die wichtigsten Ergebnisse der BVK-Strukturanalyse2025,dieSiemitIhrem Kollegen Lukas Linnenbrink kürzlich aus- gewertet haben? Die Vermittler emanzipieren sich von der Vergangenheit, in der viele Kleinstexisten- zen ohne solide wirtschaftliche Basis ent- standen sind. In der BVK-Strukturanalyse machen nur noch 13 Prozent der Teil- nehmer weniger als 100.000 Euro Umsatz und 15 Prozent weniger als 50.000 Euro Gewinn im Jahr. Wir waren mal bei einem Anteil von einem Drittel, und das ist noch nicht so lange her. Was hat sich an der Gewinnsituation insbe- sondere der Makler seit der letzten BVK- Strukturanalysevorzwei Jahrengeändert? Die Makler verzeichnen einen deutlichen Rückgang beim Gewinn – auf nunmehr durchschnittlich 84.200 Euro. Man muss aber berücksichtigen, dass die Teilstich- probe der Makler in der BVK-Struktur- analyse klein und anfällig für Zufalls- schwankungen ist. Im langjährigen Ver- gleich stagniert der Gewinn der Makler. In derselben Zeit sind die Gewinne der Exklusivvertreter und der Mehrfachver- treter deutlich gestiegen. Ich glaube aller- dings nicht, dass dafür die Regulierung verantwortlich ist. Sondern? 0DQ VROOWH VLFK GLH GHPRJUDljVFKH (QW- wicklung vor Augen führen. Makler altern schneller als die Vertreter, bei denen die Versicherer ein altersbedingtes Aus- scheiden durchsetzen. Das Durchschnitts- alter der Makler ist seit Anfang der 2010er- Jahre von rund 50 auf 57 Jahre gestiegen. Das hilft nicht bei der Anpassung an ver- änderte Kundenerwartungen, Stichwort digitale Services und Onlinevergleiche. Die Exklusivvertriebe rüsten mit erwei- terten Ventillösungen oder sogar dem Wechsel zum Mehrfachvertreter auf und machenMaklern das Alleinstellungsmerk- mal der freien Produktauswahl streitig. Privatkunden- und Gewerbemakler müs- sen ihre Position in Abgrenzung sowohl zu starken Exklusivvertrieben als auch zu Preisvergleichsportalen neu bestimmen. ZumAbschluss eine persönliche Frage: Sie gelten als sehr branchennah. Wie objektiv blickt man dann auf die Branche und ihren Vertrieb? Ich bin ein Kind der Versicherungsbran- che und stehe dem Versicherungsvertrieb wohlwollend gegenüber, das ist kein Geheimnis. Aber ich blicke zugleich kon- struktiv-kritisch auf den Vertrieb und lege LQ PHLQHQ 9HUĆȬHQWOLFKXQJHQ GHQ )LQJHU in die Wunde. Dazu halte ich auch Kon- takt zu Verbraucherschützern, die zum Beispiel regelmäßig in meinen Lehrveran- staltungen vortragen, sowie zu Aufsichts- institutionen. VielenDank für dasGespräch. DETLEF POHL FP KURZ-V I TA : Matthias Beenken Matthias Beenken, 57, arbeitete nach seiner Ausbildung zumVersicherungskaufmannunteranderem imVertrieb der Gothaer. Nebenberuflich studierte er BWL, 2010 wurde er am Institut für Versicherungswissenschaft der Universität zu Köln promoviert. Seit mittlerweile 15 Jahren hat Beenken eine BWL-Professur mit Schwer- punkt Versicherungswirtschaft an der FH Dortmund inne. Ehrenamtlich sitzt der Vater zweier Kinder inmehreren Beiräten, etwa bei der DeutschenMakler Akademie. » Makler müssen ihre Position in Abgrenzung sowohl zu Exklusiv- vertrieben als auch zu Vergleichsportalen neu bestimmen. « Matthias Beenken, FH Dortmund FONDS & VERSICHERUNG Matthias Beenken | Fachhochschule Dortmund 252 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © LEON KÜGELER FÜR FONDS PROFESSIONELL

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