FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

Vergangene Blüte FONDS professionell befragt Berater jedes Jahr zu ihrem Geschäft mit Fondspolicen. Eine Langzeitauswertung lässt interessante Rückschlüsse zu, etwa mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit. W orauf achten Berater bei Fonds- policen? Wie sehen sie den Markt und ihr Geschäft? Diese Fragen versucht FONDS professionell Jahr für Jahr mit einer Umfrage zu beantworten – als Teil des Fondspolicen-Spezials, das stets in der September-Ausgabe erscheint (siehe etwa FONDS professionell 3/2025, Seite 252). An der jüngsten Erhebung im Juli und August dieses Jahres beteiligten sich 285 Versicherungsvermittler aus Deutschland, die meisten davon Makler. Manche Ergebnisse der jährlichen Umfragen ähneln sich. Bei einigen Ant- worten lassen sich über die Zeit jedoch deutliche Verschiebungen erkennen. Darum nahm die Redaktion für diese Ausgabe eine Langfristbetrachtung vor XQG DUEHLWHWH GLH VLJQLljNDQWHVWHQ 7UHQGV KHUDXV VLHKH *UDljNHQ QÌFKVWH 6HLWH So wird deutlich, dass Fondspolicen für die Vermittler in den vergangenen -DKUHQ RȬHQVLFKWOLFK UHOHYDQWHU JHZRUGHQ sind. Zuletzt berichteten 69,2 Prozent der Befragten, diese Produkte hätten in letzter Zeit für ihr Geschäft an Bedeutung zuge- nommen, fast zehn Prozentpunkte mehr als noch 2021. Und sogar 73,9 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Fondspoli- cen weiter an Relevanz für sie gewinnen werden – ebenfalls ein Rekordwert. ETF top, ESG flop Gefragt nach dem „Motor“ der Versi- cherungen zeigen sich noch spannendere Aspekte: Im Sommer dieses Jahres äußer- ten 81,1 Prozent der Befragten die Erwar- tung, dass die Bedeutung von ETFs für das Fondspolicengeschäft weiter zulegen wird, so viele wie nie zuvor, obwohl der Siegeszug der Indextracker ja nicht erst vor wenigen Monaten begonnen hat. Ganz anders entwickelten sich die Ant- worten auf die Frage, wie sich wohl die Relevanz von Nachhaltigkeitsfonds für die Policen entwickeln dürfte. Im Jahr 2021 trauten noch 89,5 Prozent der Umfrage- teilnehmer den Öko- und Ethikfonds einen weiteren Aufschwung zu, in diesem Sommer waren es nur noch 14,3 Prozent. Dagegen erwarten nun fast 60 Prozent der Vermittler, dass die ESG-Produkte in Fondspolicen an Bedeutung verlieren wer- den – eine Größenordnung, die vor zwei Jahren noch undenkbar schien. Eine Verschiebung der Prioritäten lässt sich auch bei der Frage erkennen, welche Aspekte den Beratern bei der Auswahl einer Fondspolice besonders wichtig sind. Eine große ETF-Auswahl steht aktuell für gut zwei Drittel der Teilnehmer oben auf der Liste. 2021 hatte nur jeder Zweite diesem Punkt hohe Priorität eingeräumt. Auch die Kostentransparenz hat an Bedeu- tung gewonnen. Und wie steht es um aktiv verwaltete Fonds? 2021 legten noch 54,3 Prozent der Umfrageteilnehmer gro- ßenWert auf eine breite Auswahl entspre- chender Produkte, zuletzt war es nicht mal mehr jeder dritte. Ob die beschriebenen Trends anhalten, lässt sich naturgemäß schwer vorhersagen. Gut möglich, dass Nachhaltigkeitsfonds schon bald ein Revival erleben – und dass der große ETF-Hype langsam abklingt. Das wird spätestens die nächste Langfrist- auswertung der jährlichen Fondspolicen- Umfrage zeigen. BERND MIKOSCH FP Wäre dieser Artikel vor zwei oder drei Jahren erschienen, hätte das Foto eine Sonnenblume in vol- ler Blüte gezeigt – seinerzeit waren Nachhaltigkeitsfonds noch angesagt. Doch das ist vorbei. 260 fondsprofessionell.de 4/2025 FONDS & VERSICHERUNG Fondspolicen-Umfrage FOTO: © MANFRED RICHTER | STOCK.ADOBE.COM

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