FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

Teilweise handgestrickt Der „ELTIF 2.0“ bietet Anbietern viel Flexibilität, was die etablierten Fondsplattformen im B2B-Vertrieb vor Probleme stellt. Ein Über- blick über die Herausforderungen – und mögliche Lösungen. I n diesem Jahr feierte der European Long-Term Investment Fund (ELTIF) ein kleines Jubiläum: Vor zehn Jahren, im April 2015, ließ die EU-Kommission per Verordnung die neue Fondskategorie zu, die als ein Zwitter Eigenschaften von geschlossenen mit solchen von UCITS- )RQGV YHUHLQW %UĞVVHO HUKRȬWH VLFK YRQ den semiliquiden ELTIFs, dass sie privates Kapital in die Realwirtschaft wie Infra- struktur oder Immobilien lenken. Weil die ursprüngliche Konzeption weder bei Anbietern noch bei Anlegern auf großes Interesse stieß, reformierte Brüssel 2023 die Regeln – und richtete den „ELTIF 2.0“ stärker auf Kunden- und Vertriebsbedürfnisse aus. Ende vergange- nen Jahres wurden die wichtigen techni- schen Regulierungsstandards verabschie- GHW GLH VHKU ijH[LEOH )RQGVNRQ]HSWLRQHQ ermöglichen: Mit Blick auf Mindesthal- te- und Kündigungsfristen sowie Einzah- lungs- und Rückgabefenster sind nun unzählige Kombinationen denkbar. Seither steigt die Nachfrage, der wirkli- che Durchbruch steht aber noch aus. Eine Abfrage von FONDS professionell zu den Platzierungszahlen von 13 hierzulande vertriebenen ELTIFs zeigt, dass ihr Volu- men in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um gerade mal eine Milliarde Euro auf 3,7 Milliarden Euro gestiegen ist. Das dürfte mehrere Gründe haben. Private-Market-Investments sind für End- kunden nicht völlig neu – viele Privatan- leger und Vertriebe haben mit Sachwerte- fonds in den vergangenen Jahren eher schlechte Erfahrungen gemacht. Zudem KDGHUQ %HUDWHU PLW GHQ NRPSOH[HQ 3UR- dukten, die Kunden detailliert erklärt werden müssen. Hinzu kommt, dass der Zugang zu den Produkten eingeschränkt ist, zumindest aktuell noch. Geringe Verbreitung So haben bislang nur drei der insgesamt sieben B2B-Depotbanken für Vermittler, deren Konditionen die Redaktion regel- PÌĕLJ DEIUDJW GLH DNWXHOOHQ ljQGHQ 6LH ab Seite 290), ELTIFs auf der Plattform: Moventum (15), FNZ Bank (12) und DAB BNP Paribas (20). Die Comdirect plant den Start im kommenden Jahr. Die FIL Fondsbank (FFB), die Bank Zweiplus und Morgenfund bieten sie – noch – nicht an. Für die Zurückhaltung gibt es einige durchaus plausible Gründe, wie die Redaktion erfahren hat. Stricken ist wortwörtlich und gewollte Handarbeit. Diesemöchten undmüssen Depotbanken in ihren Abwicklungsprozessen für ELTIFs aber vermeiden, was kein leichtes Unterfangen ist. » Die Abläufe bei semi- oder illiquiden Private- Markets-Fonds unter- scheiden sich in den meisten Fällen deutlich von denen bei liquiden UCITS-Produkten. « Jamal El Mallouki, Portagon 286 fondsprofessionell.de 4/2025 VERTRIEB & PRAXIS Fondsplattformen FOTO: © ANDREJA DONKO | STOCK.ADOBE.COM Auf demFONDS professionell KONGRESS 2026 treffen Sie Topmanager der Fondsplattformen Bank Zweiplus , DAB BNP Paribas , FIL Fondsbank , FNZ Bank und Morgenfund . ANMELDUNG: fondsprofessionell.de MANNHEIM, 28. + 29. JAN. 2026

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