FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

Seit fünf Jahren verantwortet Dirk Görgen den weltweiten Vertrieb der DWS . Im Interview spricht er über das Spannungsfeld zwischen aktivemKerngeschäft und wachsendemETF-Arm, über regionale Chancen und Risiken sowie den Einstieg in digitale Assets. S eit 2020 hat die DWS im globalen Vertrieb deutlich an Dynamik gewonnen: Die Assets under Management sind von 700Milliarden Euro auf über eine Billion Euro gewachsen, das ETF-Geschäft wurde massiv ausgebaut, gleichzeitig blieb das aktive Asset Management der zentrale Ertragsbringer. Im Interview erklärt Ver- triebschef Dirk Görgen, wie Kundennähe, Partnerschaften und Produktinnovation den Erfolg prägen, welche Themen die Branche künftig bestimmenwerden – und warum die DWS bei KI einen eher vor- sichtigen Kurs fährt, während man beim Thema Tokenisierung früh dran ist. HerrGörgen, 2018sindSie indieGeschäfts- führunggekommen,seitfünfJahrenverant- worten Sie den globalen Vertrieb. Damals befandsichdieDWSineinerPhasederNeu- aufstellung.Washatsichseitherverändert? Dirk Görgen: Wenn man die Zeit Revue passieren lässt, war sie stark davon geprägt, dass wir den Kunden in den Mittelpunkt gestellt haben. Wir haben uns gefragt: Was müssen wir im Service verbessern? Wo braucht es Produktinnovationen? Und wie schnell bringen wir Ideen in den Markt? „Time to Market“ war dabei ein zentrales Thema. Eine gute Idee reicht nicht, man muss sie auch schnell umsetzen. Gerade bei unseren ETFs von Xtrackers haben wir das besonders stark gelebt. Wir wussten: Das ist ein skalierbares Geschäft. Es ist essenziell, gerade im europäischen „Super- markt“-Ansatz Lücken imRegal zu schlie- ßen, damit wir auch in unsicheren Zeiten so aufgestellt sind, dass wir die Gelder im Haus halten können. Als ich 2018 kam, betrug das verwaltete Xtrackers-Vermögen rund 112 Milliarden Euro – heute sind es 376 Milliarden. Natürlich hat uns dabei die Marktentwicklung geholfen, aber wir hatten auch ein starkes organisches Wachstum. Ein weiteres Ziel war, aus silo- artigen Strukturen eine globale Plattform aufzubauen, auf der Client Coverage, Pro- duktseite und Investments noch besser YHU]DKQW VLQG 'DV KDEHQ ZLU JHVFKDȬW Heißt das, ETFs sind inzwischen Ihr wichtigster Wachstumstreiber? ETFs sind ohne Zweifel ein zentraler Wachstumsmotor. Aber das aktive Asset Management ist und bleibt für uns die Nummer eins und die wichtigste Ertrags- quelle. Wenn ein aktives Produkt innova- tiv, thematisch stark positioniert ist, eine gute Performance hat und eine überzeu- JHQGH 6WRU\ GDQQ ljQGHW HV VHLQHQ 3ODW] – auch heute. Beispiele hierfür sind der DWS Invest Critical Technologies, der DWS Smart Industrial Technologies oder GHU ':6 ,QYHVW $UWLljFLDO ,QWHOOLJHQFH GLH wir zuletzt sehr gut platzieren konnten. Natürlich schauen wir auf die Nettomit- WHO]XijĞVVH $EHU XP GLH %DVLV ]X VWDELOLVLH- UHQ EUDXFKW HV DXFK =XijĞVVH GLH $EijĞVVH ausgleichen. Ein gutes Asset waren auch unsere Evergreens wie DWS Top Divi- dende, DWS ESG Akkumula oder DWS Concept Kaldemorgen, die über Markt- zyklen hinweg gut positioniert waren und auch in volatilen Zeiten zumGeschäft bei- getragen haben. Bei aktiven Strategien hängt der Erfolg oft an einzelnen Fondsmanagern. Wenn » ETFs sind ohne Zweifel ein zentraler Wachstumsmotor. « Dirk Görgen, DWS „ Aktives Asset Management bleibt die Nummer eins“ VERTRIEB & PRAXIS Dirk Görgen | DWS 308 fondsprofessionell.de 4/2025

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