FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025
KI kann helfen, diese besser aufzuberei- ten. Die Investitionsentscheidungen tref- fen aber weiterhin die Portfoliomanager. Beim unmittelbaren Einsatz im Invest- mentprozess oder in der Beratung sind wir vorsichtig. Wir wollen zuerst interne Use Cases entwickeln, Erfahrungen sam- meln und daraus lernen. Erst dann kommt ein zweiter Schritt. Sie haben Sparpläne und Neobroker erwähnt. Wie verändert die Plattform- ökonomie Ihr Geschäft? Früher haben Sie ein aktiv gemanagtes Produkt über eine Story vertrieben. Heute müssen Sie darüber nachdenken, ob und wie Sie dort als Vollsortimenter agieren können, damit der Kunde Ihr Produkt auswählt – welche digitalen Erklärformate Sie liefern, die ohne Berater funktionieren. 6SDUSOÌQH PDFKHQ XQVHUH =XijĞVVH SUR gnostizierbar, API-Schnittstellen helfen uns, Beratungsprozesse zu unterstützen. Es ist unser Ziel, innerhalb dieser Partner- schaften unser Geschäft zu erweitern. Sehen Sie dadurch Konflikte mit klassi- schen Vertriebskanälen? Nein, eher ein Lernen voneinander. Gerade bei Themen wie Dekumulation zeigt sich das. Klassische Vertriebspartner übernehmen digitale Prozesse, Plattfor- men entwickeln Beratungselemente und werden persönlicher. Für uns ist es ein Zusammenspiel. Wir sind Lösungsanbie- ter für beide Welten. Wir prüfen, welche technologischen Fähigkeiten sich ergän- zen, welche Erfahrungen und Ideen sich ĞEHUWUDJHQ ODVVHQ XP .XQGHQ Hȯ]LHQWHU und individueller zu bedienen. DVAG und Deutsche Bank sind für die DWS zentrale Kanäle. Kritiker sagen, die Abhän- gigkeit sei zuhoch.WiesehenSiedas? Zunächst: Wir können uns glücklich schätzen, solche Partner zu haben. Eine zehnjährige Verlängerung mit der DVAG ist ein Ausdruck von Vertrauen, von gegenseitiger Wertschätzung – und das Ergebnis jahrelanger Arbeit auf beiden Sei- ten. Gleiches gilt für die Deutsche Bank: Sie ist für uns nicht nur Mutterhaus, son- dern auch ein starker Vertriebspartner. Das sind stabile Säulen. Ich sehe dies nicht als zu hohe Abhängigkeiten, sondern als sehr gute Basis, aus der wir gemeinschaft- lich stark wachsen können. Andere Asset Manager sind in den ver- gangenen Jahren stark durch Übernah- men expandiert. Die DWS ist vor allem organisch gewachsen. Warum? Wir haben Übernahmen geprüft, aber letztlich nicht umgesetzt. M&A bleibt ein Thema, aber nur wenn es strategisch, ljQDQ]LHOO XQG NXOWXUHOO SDVVW %LV GDKLQ setzen wir auf organisches Wachstum – und das funktioniert sehr gut. In den vergangenen Jahren gab es viele Personalwechsel bei der DWS – auch auf höchster Ebene. Kann man heute sagen, dasswiederRuheeingekehrt ist? Ruhe ist nicht das Ziel. Für uns steht Leistung im Vordergrund – und damit eine Kultur, in der Ergebnisse im besten Interesse unserer Kunden zählen. Ver- änderungen haben bei uns immer einen Grund: entweder strukturell, wenn wir uns weiterentwickelnmüssen, oder perfor- mancebedingt, wenn Ziele nicht erreicht wurden. Beständigkeit ist wertvoll, ja, aber nicht um den Preis von Stillstand. Gleich- zeitig gelingt es uns, erstklassige Exper- ten vom Markt zu gewinnen und intern Talente zu entwickeln. Das ist wichtig, weil Kunden Verlässlichkeit schätzen – und weil eine starke Mannschaft die Basis für organisches Wachstum ist. Vielen Dank für das Gespräch. GEORG PANKL FP KURZ-V I TA : Dirk Görgen Dirk Görgen kamEnde 2018 zur DWS und leitet den globalen Vertrieb und dasMarketing für alle Anlage- klassen. Darüber hinaus ist er Regionalleiter der Region Amerika, nachdemer zuvor in NewYork ansässigwar und als CEO Americas der DWS in der Region tätigwar. Von 2016 bis 2018 leitete Görgen den Privatkundenvertrieb beimDWS-Mutterkonzern Deutsche Bank. » Wir sind Lösungs- anbieter für beide Welten. « Dirk Görgen, DWS VERTRIEB & PRAXIS Dirk Görgen | DWS 312 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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