FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

ser Zweig gelingt der Neustart in New York aus kleinem Restkapital. Er wird aber zu einem Lehrbuch der Knappheit, aus dem die Familie lernt. 1988 schließ- lich wird die letzte in Paris verbliebene Banque Stern für 1,75 Milliarden Franken an die heutige UBS verkauft. Ľ'HVKDOE LVW GLH (UĆȬQXQJ HLQHV HLJH- nen Büros in Frankfurt auch so etwas wie eine Rückkehr zu den Wurzeln meiner Familie nach mehr als 220 Jahren“, erklärt Jérôme Stern, als wir ihn in Frankfurt WUHȬHQ *HPHLQVDP PLW VHLQHQ EHLGHQ Partnern Christopher Rossbach und Tom Price hatte er bereits 2012 die mit Haupt- sitz in London ansässige Fondsboutique J. Stern & Co. gegründet, die inzwischen über Niederlassungen in New York, Zürich und auf Malta verfügt und mit ins- gesamt 45 Mitarbeitern etwa je zur Hälfte institutionelle und Privatkunden betreut. Aber erst nach nun 13 Jahren und reif- licher Überlegung habe man den Schritt zurück zu den Ursprüngen gewagt – mit HLQHU *HVFKÌIWVVWHOOH LQ )UDQNIXUW 'LH Entscheidung sei von durchaus starken Emotionen begleitet gewesen, räumt der LQ *HQI JHERUHQH 6WHUQ HLQ GHU ]XP 3DUL- ser Zweig der Familie gehört. Das gelte gerade auch für die Reaktion innerhalb GHU )DPLOLH 'LH )UDQNIXUWHU *HVFKLFKWH sei eben nicht ohne Ambivalenz. Zeugnisse einer langen Historie Auf der einen Seite stehe die Vertrei- bung aus der Stadt durch die Nazis, die IĞU LPPHU ]XU HLJHQHQ *HVFKLFKWH JHKĆ- ren werde. Auf der anderen Seite erin- QHUH QLFKW RKQH *UXQG QRFK YLHOHV LQ Frankfurt an den Namen Stern und das ehemals blühende Bankhaus – auf Stra- ßenschildern, in Stiftungen und in Uni- versitätsmauern. Nicht nur die Johann :ROIJDQJ *RHWKH 8QLYHUVLWÌW GLH GHU %DQ- kiersfamilie wesentliche Stiftungsmittel verdankt, sei bis heute sichtbares Anden- ken. Auch die Theodor-Stern-Stiftung zur Förderung von Forschung und Lehre im ĆȬHQWOLFKHQ *HVXQGKHLWVZHVHQ XQG DXFK der Theodor-Stern-Kai, Sitz der Universi- tätsmedizin Frankfurt, gehören dazu. Wohlüberlegte Entscheidung „Am Ende haben daher auch in unserer Familie alle den Blick nach vorn gerichtet auf die Chancen, die mit einer Rückkehr nach Deutschland verbunden sind“, so Jérôme Stern auf die Frage, warum der Schritt erst jetzt erfolgt sei, und ergänzt: „Die Entscheidung hätte aber früher gar nicht fallen können, weil die Vorausset- zungen noch nicht erfüllt waren.“ Zum HLQHQ KDEH HV HLQHU JHZLVVHQ *UĆĕH bedurft. Diese habe man aber mit rund 2,5 Milliarden Dollar, die J. Stern & Co. inzwischen verwaltet, längst erreicht. Zum anderen werde das Unternehmen QLFKW RKQH *UXQG DOV 3DUWQHUVFKDIW geführt, deren Zustimmung es natürlich bedurft habe. „Der dritte und wahrscheinlich sogar ZLFKWLJVWH *UXQG DEHU ZDU :LU ZROOWHQ GLH ULFKWLJH 3HUVRQ ljQGHQ GHU ZLU GLH /HLWXQJ XQVHUHV *HVFKÌIWV LQ 'HXWVFK- land anvertrauen“, erklärt Stern. Mit Andreas Krebs habe man sich für den genau Richtigen entschieden, um die Ver- antwortung für das Deutschlandgeschäft in seine Hände zu legen. Mit seiner Histo- rie bringe er nicht nur eine langjährige Erfahrung im Asset Management sowohl LP LQVWLWXWLRQHOOHQ *HVFKÌIW ZLH DXFK LP Retailsektor mit; in Frankfurt geboren, sei er zudem vielfältig präsent und gut YHUQHW]W LP ĆȬHQWOLFKHQ /HEHQ GHU 6WDGW Krebs ist seit mehr als 25 Jahren in Betreuung, Marketing und Vertrieb der Fondsbranche tätig und hat nach Banklehre und Studium zunächst im Asset Management der Commerzbank in Frankfurt und Dublin gearbeitet. Von 2008 bis zu seinem Eintritt bei J. Stern & Co. war er Managing Director und bis zumVerkauf 2023 Partner bei Mandarine *HVWLRQ LQ 3DULV XQG )UDQNIXUW Mit ruhiger Hand „Natürlich ist der Investmentmarkt derzeit von einer nicht zu übersehenden Begeisterung für Anlagen in passiv oder aktiv gemanagte ETFs und neuerdings für Investments in die Private Markets bestimmt“, räumt Krebs ein. „Aber ich bin sicher, dass wir uns mit unserer Art eines ernsthaft betriebenen aktiven Managements, einem ‚Investing for the Long-Term‘, das sich imWesentlichen auf die Pfeiler Qualität und Wachstum stützt, einen Platz in der deutschen Investment- szene erarbeiten können.“ Mit einer Invest- mentphilosophie, die intensiv auf eigenem Research basiere, unterscheide sich J. Stern & Co. bewusst von vielen Marktteilneh- mern, die zunehmend von kurzfristigen 7UHQGV XQG VFKQHOOHQ *HZLQQPLWQDKPHQ regelrecht getrieben seien. Damit spricht er Jérôme Stern aus der Seele, der vier zentrale Kriterien nennt, 316 fondsprofessionell.de 4/2025 VERTRIEB & PRAXIS J. Stern & Co. FOTO: © HEIKO RHODE | MANDARINE GESTION » Wir unterscheiden uns bewusst von vielen Marktteilnehmern, die zunehmend von kurz- fristigen Trends und schnellen Gewinnmit- nahmen getrieben sind. « Andreas Krebs, J. Stern & Co.

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