FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

KönnenSieschonverraten,wann Ihrerster UCITS-ETFkommt? Nein, einen genauen Zeitplan haben wir noch nicht. Entscheidend ist der Kunden- wunsch. Wir wollen nicht Dutzende ETFs ODQFLHUHQ XQG GDQQ GDUDXI KRȬHQ GDVV die Anleger kommen, sondern sicherstel- len, dass es potenzielle Kunden mit ent- sprechendem Interesse gibt. Mit Blick auf diese Pipeline konnten wir in den vergan- genen Monaten schon große Fortschritte verzeichnen. Wir haben einen Business- plan, erste Produkte existieren schon auf demReißbrett. Ich wäre nicht überrascht, wenn unser erster europäischer ETF bin- nen Jahresfrist auf den Markt käme. Ein Datum kann ich Ihnen aus den erwähn- ten Gründen aber noch nicht nennen. Sie sprachenmit Blick auf die Produktstra- tegievondrei Punkten.Was ist der dritte? Im Private-Credit-Bereich nehmen wir ein großes Interesse an sogenannten Ever- green-Produkten wahr, also semiliquiden Lösungen, aus denen Investoren nach einer gewissen Haltedauer auch wieder aussteigen können. In den USA bieten wir entsprechende Investmentvehikel schon an. Ähnliche Lösungen für den weltwei- ten Markt werden folgen. KündigenSie hier gerade dieAuflage eines ELTIFan? Auch da muss ich Sie um etwas Geduld bitten. Wir schauen uns verschiedene Möglichkeiten an, haben aber noch keine ljQDOH (QWVFKHLGXQJ JHWURȬHQ Die Privatmärkte stehen bei vielen Asset ManagerngeradehochimKurs.Kämeesfür ABinfrage, überdenPrivate-Credit-Bereich hinausinweitereSegmentezuexpandieren, beispielsweise in Richtung Private Equity oder Immobilien? Wir nutzen entsprechende Lösungen in unserem Private-Wealth-Geschäft, bieten im Asset Management aber keine ent- sprechenden Produkte an. Dort möch- ten wir – das ist zumindest der aktuelle Stand – unseren Fokus auf das Private- Credit-Segment beibehalten. Im Private- Equity-Bereich tummeln sich schon viele Anbieter, der Markt ist relativ ausgereift. Es wäre schwierig, dort Produkte anzubie- ten, die sich deutlich von denen des Wett- bewerbs unterscheiden. Bei Immobilien ist es ähnlich. Mit unseren Private-Credit- Portfolios engagieren wir uns bereits im Immobilienbereich, allerdings eben auf der Fremdkapital- und nicht auf der Eigen- kapitalseite. Viele Anleger agieren momentan eher vorsichtig mit Blick auf US-Wertpapiere. Bekommen Sie als Asset Managermit Sitz in den Vereinigten Staaten das eigentlich zu spüren? Die kurze Antwort lautet: Nein. Wir ver- ]HLFKQHQ NHLQH VLJQLljNDQWHQ $EijĞVVH DXV US-Wertpapieren. Aber es stimmt schon: Das Interesse an Investments außerhalb der USA hat bei vielen Anlegern zuge- nommen. Europa, Japan oder die Schwel- lenländer sind deutlich gefragter als noch vor einem Jahr, was auch nicht sonderlich erstaunlich ist angesichts der Tatsache, wie unbeliebt diese Anlageregionen zuvor waren. Allerdings glauben die meisten Investoren nach wie vor, dass es keine gute Idee wäre, die USA deutlich unter- zugewichten – und US-Aktien machen aktuell bekanntlich rund 70 Prozent des MSCI World aus. Hinzu kommt, dass künstliche Intelligenz als Anlagethema weiterhin hoch imKurs steht. Und wer in den KI-Trend investieren möchte, kommt an US-Unternehmen kaum vorbei, denn die Musik in diesem Bereich spielt aktuell und auch in absehbarer Zukunft noch in den Vereinigten Staaten. Welche Rolle spielt KI eigentlich in Ihrem Unternehmen, beispielsweise mit Blick auf das Portfoliomanagement, die Kundenbe- treuungoder imMarketing? » Ich wäre nicht über- rascht, wenn unser erster europäischer ETF binnen Jahresfrist auf den Markt käme. « Onur Erzan, Alliance Bernstein VERTRIEB & PRAXIS Onur Erzan | Alliance Bernstein 322 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

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