FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025
waltungsgebühren hinzukommen. Dazu zählen etwa die Ordergebühren für den Börsenhandel, aber auch die Spanne zwi- schen den Kauf- und Verkaufskursen. Ľ'LH 'LȬHUHQ] ]ZLVFKHQ .DXI XQG 9HU- kaufskosten stellt einen Kostenfaktor bei ETFs dar, den Investoren berücksichtigen sollten“, mahnt Olivier Paquier, globaler Leiter des ETF-Vertriebs bei Axa Invest- ment Managers. „ETFs werden gern als billig angepriesen. Das sind sie aber nicht immer. ETFs sind kostenbewusst, aber nicht per se billig.“ Der Talsohle genähert Bei Anlagen abseits großer Märkte wie US- oder europäischen Standardaktien QLPPW GHU (LQijXVV LQGLUHNWHU .RVWHQ ]X „Je ausgeklügelter eine Strategie ist und je weiter sie sich von liquiden Märkten ent- fernt, desto höher sind der Aufwand und dementsprechend die Kosten“, erläutert Paquier. „Auch auf Nischenmärkte oder 6SH]LDOVWUDWHJLHQ ODVVHQ VLFK (7)V DXijH- gen – doch das hat seinen Preis.“ Die ETF- Branche habe bei den Gebühren ein sehr niedriges Niveau erreicht. „Hier nähern wir uns der Talsohle“, sagt der Branchen- kenner. „Niemand kann es sich leisten, umsonst zu arbeiten.“ :HLWHUKLQ HUĆȬQHQ VLFK MH QDFK 2UGHU- volumen mehrere Pfade, einen ETF zu handeln. Der erste Weg ist der über die Börse. „Dies bietet sich für kleinere Volu- men an, etwa von Privatanlegern oder kleineren Vermögensverwaltern“, erläutert Paquier. Professionelle Investoren wiede- rum würden bei größeren Aufträgen über Handelsplattformen eine Angebots- anfrage stellen, sogenannte „Request for Quote“-Plattformen. „Diese wird dann von den Market Makern in einem Block- handel abgewickelt“, führt Paquier aus. Die dritte Möglichkeit sei, den ETF wie einen Fonds zum Nettoinventarwert zu ordern. Auch dieser Weg kommt nur für Großanleger mit hohen Beträgen infrage. Kein Einzelfall Zwar bieten auch traditionelle Kanäle mittlerweile einen ETF-Handel an. Doch hier können sich mitunter eklatante Gebühren auftürmen. So weist eine Preis- liste einer Fondsplattform, die FONDS professionell vorliegt, Transaktionsent- gelte für den Kauf und Verkauf aus, die je nach ETF zwischen 0,24 und 2,70 Pro- zent rangieren – wohlgemerkt sowohl für den Kauf als auch den Verkauf. Somit kann das Kostenniveau eines ETF-Handels über eine Fondsplattform an die Ausgabe- aufschläge klassischer Fonds heranrei- chen. EinemBrancheninsider zufolge sind solche horrenden Sätze kein Einzelfall. Niedrige Kosten bei ETFs scheinen also beileibe kein Selbstläufer zu sein. SEBASTIAN ERTINGER FP 346 fondsprofessionell.de 4/2025 SPEZIAL | AKTIVE ETFS Kosten FOTO: © MORNINGSTAR Preisstabile Indexfolger Gebührenänderungen bei bestehenden Fonds Bei bestehenden Fonds schrauben die Anbieter durchaus an den Gebühren herum. Doch es kommt nicht allein zu Senkungen. Preiserhöhungen stellen bei aktiven Fonds keine Ausnahme dar. Vehikel mit passiver Strategie kristallisieren sich dagegen als eher beständig heraus. Quelle:MorningstarDirect 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Gesunken Unverändert Gestiegen 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 Gestiegen Unverändert Gesunken AKTIV 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 Gestiegen Unverändert Gesunken PASSIV » Der Performance- vorsprung aktiver ETFs wird wahrscheinlich erhalten bleiben. « Natalia Wolfstetter, Morningstar
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