FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

Fit für Finanzen Die Europäische Kommission will die Finanzkompetenz der Bürger mit einer Initiative stärken. In Deutschland gibt es dafür bereits viele Angebote. Auch Finanzberater können sich engagieren. D ie Nachricht kam etwas überra- schend: Ende September kündigte die Europäische Kommission eine Initia- tive an, die den Bürgern der Europäischen Union (EU) zu mehr Kenntnissen in Sachen Finanzen verhelfen soll. Die Finanzkompetenz in der Staatengemein- schaft sei nach wie vor niedrig, erklärte die Kommission. Weniger als ein Fünftel GHU %ĞUJHU YHUIĞJH ĞEHU HLQH JXWH ljQDQ- zielle Bildung. Dies soll die neue Strategie ändern, die lediglich eine Empfehlung ist XQG NHLQH YHUSijLFKWHQG XP]XVHW]HQGH Richtlinie oder Verordnung. Dafür will die Kommission eine EU- weite Kampagne zur Vermittlung von Finanzwissen ins Leben rufen. Diese soll die nationalen Bemühungen zur Sensibi- OLVLHUXQJ GHU %ĞUJHU LQ ljQDQ]LHOOHQ )UDJHQ ergänzen und verstärken. „Die EU-Bürger haben eine der höchsten Sparquoten der Welt, holen aber oft nicht das Beste aus ihren Ersparnissen heraus“, befand die Kommission. Die Strategie für Finanz- kompetenz werde Verbrauchern mehr Wissen dazu an die Hand geben, wie sie LKUH (UVSDUQLVVH Hȯ]LHQWHU QXW]HQ NĆQ- nen und wie sich Investitionsrisiken und -chancen besser einschätzen lassen. Noch keine Details Wie genau die neue Kampagne aus- sehen soll, ist bislang nicht bekannt. In Deutschland aber könnte sie auf fruchtba- ren Boden fallen. Zwar ist es um die groß angelegte Initiative „Finanzielle Bildung“, GLH GHU HKHPDOLJH %XQGHVljQDQ]PLQLVWHU Christian Lindner (FDP) und die Bundes- arbeitsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) in der vergangenen Legislaturpe- riode ins Leben gerufen haben, ruhig geworden. Doch es gibt viele Akteure, die sich für mehr Finanzbildung engagieren. So liefert etwa der Geldratgeber „Finanztip“ Verbrauchern regelmäßig kos- tenlose Informationen. Die Hamburger Finlit Foundation hat digitale und analoge Unterrichtsmaterialien für den Einsatz im Schulunterricht entwickelt, auf die interes- VLHUWH /HKUNUÌIWH NRVWHQIUHL =XJULȬ KDEHQ Die Stiftung des Kölner Vermögensver- walters Flossbach von Storch hat einen bundesweitenWettbewerb für Wirtschaft und Finanzen ins Leben gerufen, der sich an Schüler ab der siebenten Klasse richtet (siehe dazu das Spezial in FONDS profes- sionell 4/2023 ab Seite 322). Es gibt zahlrei- che weitere Angebote – und auch Finanz- berater können ihren Teil dazu beitragen, die Wirtschafts- und Finanzkompetenz der Bundesbürger zu erhöhen. Bedarf besteht durchaus, denn immer wieder kommen Untersuchungen zum Ergebnis, dass es gerade um die Finanz- kenntnisse junger Leute nicht beson- ders gut bestellt ist. So geben etwa in der „Jugendstudie 2024“ des Bundesver- bands deutscher Banken 80 Prozent der befragten 14- bis 24-Jährigen an, in der Viel gelernt, aber nichts über Zin- sen: Junge Leutewünschen sich bessere Finanzkenntnisse. Solange dafür kein Schulfach eingeführt wird, füllen private Initiativen die Lücke. Auch Berater können helfen. 382 fondsprofessionell.de 4/2025 VERTRIEB & PRAXIS Finanzbildung FOTO: © HBS | STOCK.ADOBE.COM „Longevity“ als Lebensstil verändert auch die finan- zielleVorsorge,erklärt Zukunftsforscherin Birgit Gebhardt auf Einladung der FIL Fondsbank auf demFONDS professionell KONGRESS. ANMELDUNG: fondsprofessionell.de MANNHEIM, 28. + 29. JAN. 2026

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