FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

Keller: Ein Fokus liegt auf Lebenszyklus- fonds. Hinzu kommen Modellportfolios und Multi-Asset-Strategien für die Ver- mögensberatung sowie die betriebliche Altersvorsorge. Daneben erwarten wir auch Wachstum für unser institutionelles Geschäft mit Versicherern, Pensionskas- sen und Versorgungswerken. In all diesen Bereichen soll die Expertise beider Seiten bei liquiden wie bei illiquiden Anlagen HLQijLHĕHQ ł XQG PLW GHU NRPELQLHUWHQ Stärke der Vertriebsteams vermarkten wir die Produkte. Die Kooperation zielt bislang allerdings nur auf den amerika- nischen und nicht auf den europäischen Markt ab. Doch wie bei jeder guten Kooperation kann hieraus noch mehr wachsen und zur Blüte reifen. Welche Vorteile zieht Goldman Sachs aus derKooperation?ImmerhinverfügtdieBank über eineneigenenAssetManager. Keller: Es liegt auf der Hand, dass es Über- schneidungen zwischen unseren Häusern gibt. Aber mit vereinten Kräften haben ZLU LQ YHUVFKLHGHQHQ %HUHLFKHQ JUĆĕHUH Erfolgsaussichten als jeder für sich allein. 9RU DOOHP HUĆȬQHW XQVHU +DXV GHU DQGH- UHQ 6HLWH HLQHQ JURĕHQ $EVDW]NDQDO ,Q den USA führen wir ein Direktkundenge- schäft rund um die Ruhestandsplanung, das rund 1,3 Millionen Privatanleger umfasst. Unser Altersvorsorgegeschäft umfasst ein Volumen von gut einer Billion 'ROODU 'DPLW ]ÌKOHQ ZLU ]X GHQ JUĆĕWHQ Akteuren in diesem Bereich. Am Ende geht es also um den Vertrieb. GoldmanSachserwirbtzudemAktienvonT. RowePriceimWertvonbiszueinerMilliarde Dollar oder eineBeteiligung inHöhevonbis zu 3,5 Prozent. Will das Wall-Street-Insti- tut IhrHauseinesTagesganzübernehmen? Keller: Nein, in diese Richtung gibt es derzeit keinerlei Anzeichen. T. Rowe Price ist seit 1986 ein börsennotiertes Unter- nehmen und ein unabhängiger Asset Manager. Kein Aktionär verfügt über eine kontrollierende Beteiligung. Unsere 0DUNWNDSLWDOLVLHUXQJ EH]LȬHUW VLFK DXI JXW 23 Milliarden US-Dollar, fast alle Aktien EHljQGHQ VLFK LP 6WUHXEHVLW] Aber wäre eine Fusion mit einem anderen AssetManager eineOption? Keller: Jede Übernahme geht mit einem enormen Aufwand bei der Integration einher. Die Unternehmen müssen einen Plan entwerfen, wie man nach der Trans- aktion ein gemeinsames Geschäft aufsetzt. Zudem kann sich ein Zusammenschluss auf die Firmenkultur auswirken. Knüpft man hingegen eine Kooperation, lassen sich viele dieser Fragestellungen umgehen. Man bringt zwei Teams zusammen, über- legt sich die Ziele und macht sich gemein- sam auf den Weg, diese zu erreichen. Am Ende gehen zwei Vertriebsteams hinaus und vertreiben die daraus entstandenen Produkte. Diese Vorgehensweise bietet mehr Flexibilität. Ich denke, in der Asset- Management-Branche werden künftig mehr solche Kooperationen entstehen. Wird Ihrer Meinung nach also die Dynamik bei Übernahmen und Fusionen im Asset Management abflauen? Keller: Ja. Ich denke, dass es weltweit zu weniger Zusammenschlüssen kommen » Jede Übernahme geht mit einem enormen Aufwand bei der Integration einher. « Scott Keller, T. Rowe Price fondsprofessionell.de 4/2025 387 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

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