FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

wird. Gerade die großen Transaktionen lassen sich nur sehr mühsam mit Erfolg abschließen. Wir sprechen regelmäßig mit potenziellen strategischen Partnern, und dieser Umstand ist vielen Akteuren im Markt bewusst. Ich glaube, dass klas- sische Fondsgesellschaften, Versicherer, Manager alternativer Investments sowie Anbieter börsengehandelter Produkte und die verschiedenen Vertriebskanäle künf- tig eher Kooperationen eingehen werden, als Zukäufe zu tätigen. Es ist eine andere Art, Wachstum anzugehen. Ich denke, dies wird die Zukunft der Vermögensver- waltung sein. DieZusammenschlüsseinderBranchepas- sieren auch vor demHintergrund der stark wachsenden Konkurrenz durch passive Investments. Belastet das Wachstum von ETFs auch Ihr Haus? Immerhin verzeichnet T. Rowe Price seit 2021 unterm Strich Mit- telabzüge. Keller: Absolut. Der Aufstieg passiver Investments drückt zweifellos die Gebüh- reneinnahmen von aktivenManagern wie uns. Und das Wachstum von ETFs hat HLQHQ (LQijXVV DXI GDV 1HWWRPLWWHODXINRP- men, insbesondere bei aktiv gemanagten Aktienportfolios. Hier erlitt die gesamte Branche in den vergangenen Jahren Mit- telabzüge. Und als einer der großen akti- ven Aktienmanager bekommen auch wir das zu spüren. DerAusbaudesBereichsalternativerInvest- ments über den Kauf von Oak Hill und die PartnerschaftmitGoldmanSachs–solldies einenAuswegausdemDilemmaeröffnen? Keller: Aktiv verwaltete Aktienfonds sowie generell regulierte Publikumsfonds ringen LQ GHQ 86$ PLW $EijĞVVHQ ZHLO VLH VWHXHU- OLFKH 1DFKWHLOH EHUJHQ 'HPJHJHQĞEHU erfahren ETFs und sogenannte Separately 0DQDJHG $FFRXQWV KRKH =XijĞVVH 'DKHU erweitern wir unser Sortiment in den Fel- dern Multi-Asset, Anleihen, Alternatives, Modellportfolios und eben Separately Managed Accounts sowie aktive ETFs. :LU PĞVVHQ GLYHUVLlj]LHUHQ ł ZHJ YRQ GHQ %HUHLFKHQ GLH VWUXNWXUHOOH $EijĞVVH aufweisen. Aber so eine Transformation benötigt Zeit. In den USA bietet Ihr Haus bereits aktive ETFs.WollenSiedieseAnlagelösungenauch nachEuropaholen? Keller: Wir sind dabei, unsere Optionen bei aktiven ETFs weltweit eingehend zu prüfen, einschließlich Europa. Wir sind in unserem Entscheidungsprozess ziem- lich weit fortgeschritten, aber ich bin noch nicht in der Lage, hier eine Antwort zu geben. Für dieAnbieter eröffnen sich unterschied- liche Zugangswege. Entweder man baut selbst eine ETF-Sparte auf, oderman nutzt dieDienstevonServicegesellschaften.Was wäre IhrWeg? Keller: Wir würden alle Wege in Betracht ziehen. Ich würde derzeit keinen davon ausschließen. Warumwenden sich Investoren überhaupt zunehmendETFs zu? Carsten Kutschera: Ein Grund dürfte sein, dass Anleger von aktiven Managern ent- WÌXVFKW ZXUGHQ 6LH OLHIHUWHQ GLH HUKRȬWH Mehrrendite nicht in der gewünschten Konstanz. Auch wir sind sicherlich nicht ganz immun und erzielen nicht jeden Tag eine Outperformance. Über unser gesamtes Produktsortiment hinweg errei- chen wir jedoch eine deutlich überdurch- schnittliche Leistung. Meiner Meinung nach zählt eine gute Performance bei Investoren noch immer. Kombiniert man die Aussicht auf eine regelmäßige, aber vielleicht etwas geringere Mehrrendite mit dem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis KURZ-V I TA : Carsten Kutschera Carsten Kutschera leitet den Vertrieb für Mitteleuropa bei T. Rowe Price. Davor arbeitete er bei der Großbank Morgan Stanley sowie der Capital Group. Er studierte an der Frankfurt School of Finance. » Die drei Buchstaben ETF allein bieten sicher keine magische Lösung für alle Probleme. « Carsten Kutschera, T. Rowe Price VERTRIEB & PRAXIS Scott Keller + Carsten Kutschera | T. Rowe Price 388 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=