FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

eines ETF, dann sehe ich keinen Grund, warum dies nicht erfolgreich sein sollte. Aber Anleger zeigen sich doch enttäuscht von aktiven Portfoliomanagern und wen- densich Indexinvestmentszu. Kannaktives Management imMantel einesETFdieAnle- gerIhrerMeinungnachtatsächlichzurRück- kehr bewegen? Kutschera: Die Frustrationmancher Markt- teilnehmer rührt womöglich von demAuf und Ab bei der Leistung aktiver Manager. Wenn man jedoch aktives Management mit nur einer vergleichsweise geringen Abweichung vom Vergleichsindex anbie- tet, dann kann man zwar nicht mit einer hohen Outperformance glänzen. Auf der anderen Seite erleiden die Anleger aber keine allzu großen Einbußen. Die Ergeb- nisse des aktiven Managements werden dadurch kalkulierbarer. EröffnenETFsneueAbsatzwege? Kutschera: Ja, durchaus. Im Lauf der Zeit könnten uns ETFs dabei helfen, mit anderen Vertriebskanälen in Kontakt zu treten, mit denen wir heute noch nicht so eingehend zusammenarbeiten, etwa Neobroker oder Robo-Advisors. Diese Kanäle räumen einem Asset Manager selten einen Platz im digitalen Regal frei, wenn er keine ETFs im Angebot hat. Die drei Buchstaben allein bieten sicher keine magische Lösung für alle Probleme von Anlegern und Anbietern. Aber unser Haus muss sich weiterentwickeln und attraktive Lösungen in den Vehikeln bie- ten, die gefragt sind. DieKonkurrenzwächst.ImmermehrAnbie- ter aktiver Fonds legenauchETFsauf. Kutschera: In Europa würden wir sicher nicht zu den ersten Häusern zählen, die DNWLYH (7)V DXijHJHQ :LU VLQG YLHOOHLFKW nicht die Schnellsten, aber wenn wir etwas angehen, dann auch richtig. Wieentwickelt sich IhrGeschäft inDeutsch- landundÖsterreich? Kutschera: 9RU ]HKQ -DKUHQ HUĆȬQHWHQ wir unser Büro in Frankfurt. Seither ver- zeichneten wir hier in fast allen Jahren 1HWWRPLWWHO]XijĞVVH 8QVHUH :DFKVWXPV- rate lag dabei deutlich über dem Bran- chenschnitt. Deutschland und Öster- reich zählen zu den Märkten in Europa, in denen wir auch zukünftig deutlich zulegen wollen. Das bisherige Wachstum stützt sich zudem nicht auf ein Schlüssel- produkt, sondern ruht auf einer breiten Basis. Anfangs zog interessanterweise unsere Strategie auf europäische Aktien und High Yield Bonds Geld an – obwohl wir doch ein amerikanisches Haus sind und der Fonds von einem Australier und einem Kanadier von London aus gelenkt wurde. Später rangierten andere Produkte in der Gunst der Anleger oben, etwa Schwellenländeraktien, japanische Aktien RGHU 86 1HEHQZHUWH =XGHP EHUXKW GDV Wachstum auf einer breiten Kundenbasis. Gute Jahre imWholesale-Segment glichen Schwächen im institutionellen Bereich aus und umgekehrt. Eingangs erwähnten Sie Multi-Asset-Stra- tegien. Diesewaren langeäußerst gefragt. Keller: Das Thema Multi-Asset hat bei uns in Europa nie so recht abgehoben, obwohl ZLU LQ GHQ 86$ DOV HLQHU GHU ZLFKWLJVWHQ Altersvorsorgeanbieter eine große Kom- petenz darin aufgebaut haben. Doch in Europa liegt Multi-Asset tendenziell in der Hand der lokalen Akteure. Wenn wir das Thema angehen, dann eher über Altersvorsorgeprodukte. Hier führen wir Gespräche mit potenziellen Partnern. Denn dieses Geschäft kann nur zusam- men mit hiesigen Anbietern gedeihen. VielenDank für dasGespräch. SEBASTIAN ERTINGER FP KURZ-V I TA : Scott Keller Scott Keller leitet den internationalen Vertrieb bei T. Rowe Price. Zuvor arbeitete er bei der Schweizer Großbank UBS in Europa und Asien. Er studierte an den US-Universitäten Drexel und Georgetown sowie in Budapest. » Das Thema Multi-Asset hat bei uns in Europa nie so recht abgehoben. « Scott Keller, T. Rowe Price VERTRIEB & PRAXIS Scott Keller + Carsten Kutschera | T. Rowe Price 390 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

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