FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025
völlig veraltete testamentarische Regelung gibt. Gern motivieren wir unsere Kun- GHQ ]XVDPPHQ HLQH /ĆVXQJ ]X ljQGHQ und arbeiten dafür auch eng mit Notaren zusammen. Alle unsere Kundenbetreuer haben eine Weiterbildung zumGeneratio- nenberater absolviert, um das nötige Ver- ständnis für die wichtigsten Aspekte mit- zubringen. Vermögende Kunden inves- tieren beispielsweise gern in Immobilien, übersehen aber, welchen Liquiditätsbedarf im Fall der Fälle die Erbschaftsteuer aus- lösen würde. Das führt zu einer weiteren Zahl, die ich erstaunlich fand: Ichhabe gelesen, dass Ihr Haus per Ende 2024 für 155 Testaments- vollstreckungenmandatiertwar. Gotschika: Mittlerweile ist diese Zahl auf über 170 gestiegen. 19 Testamente wickeln wir gerade ab. Insgesamt sechs Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter unserer Sparkasse VLQG ]HUWLlj]LHUWH 7HVWDPHQWVYROOVWUHFNHU drei Kolleginnen kümmern sich in Voll- zeit um dieses Thema. Diese Arbeit ist alles andere als einfach und mitunter auch menschlich belastend – aber lang- weilig ist sie nie. Prägende Beispiele sind unter anderem die Zusammenarbeit mit einem Tatortreiniger oder auch die früh- morgendliche Exkursion nach Bayern, um den Nachlass in einer Ferienwoh- nung zu sichern. Wichtig ist mir aber zu betonen, dass Generationenmanagement mehr umfasst als das Thema Vollmachten und Testamente. Nämlich? Gotschika: Wir begleiten unsere Kunden beispielsweise auch bei der Stiftungs- gründung. Mit unserer Gemeinschafts- stiftung bieten wir zudem einen Mantel, über den auch Zustiftungen kleinerer Beträge möglich sind. Interessant ist das vor allem für Menschen, die keine eigenen Erben haben oder mit einem Teil ihres Vermögens über ihren Tod hinaus in der Region etwas Gutes bewirken wollen. Das Geld wird also nicht einmalig gespendet, sondern die Erträge aus dem Vermögen kommen regelmäßig dem gewünschten Zweck zugute – und das auf ewig. Viele Kunden unterstützen so beispielsweise bewusst kleinere Vereine. Aktuell verwal- tet die Gemeinschaftsstiftung rund sechs Millionen Euro. Wir wissen aber, dass in den kommenden Jahren weitere 35 bis 40 Millionen Euro hinzukommen werden. ZurückzumWertpapiergeschäft: IhreSpar- kasse hat 2016 auch einen Dachfonds fürs Retailgeschäft initiiert, den Sparkasse HRV Premium Plus, der in Mischfonds renom- mierter Anbieter investiert und immerhin fast 100 Millionen Euro verwaltet. Wie kam es zudieser Idee? Händeler: Um unseren Kunden den Ein- stieg ins Wertpapiergeschäft zu erleich- tern, wollten wir einen bewusst konser- vativen Fonds anbieten können, hinter dem wir mit voller Überzeugung stehen. Der Fonds eignet sich als Kern für fast jedes Privatanlegerdepot. Diese solide Basis kann dann je nach Risikoneigung des Kunden mit anderen Produkten als Renditebringer angereichert werden. Gemanagt wird der Fonds von Sascha Hinkel bei der Deka, mit dem wir im engen Austausch stehen. Wie wichtig ist das Wertpapiergeschäft all- gemein für IhrHaus? Händeler: Es ist eine wesentliche Ertrags- säule für die Sparkasse Hilden-Ratingen- Velbert. Aktuell liegt der Depotbestand unserer Kunden bei rund 1,3 Milliarden Euro – eine vergleichsweise hohe Summe für ein Haus unserer Größe. Unser Wert- papiergeschäft ist der zweitgrößte Provi- sionstreiber nach dem Girogeschäft. Das WULȬW QLFKW DXI YLHOH 6SDUNDVVHQ ]X FrauHändeler, Herr Gotschika, vielenDank für dasGespräch. BERND MIKOSCH FP KURZ-V I TA : Beate Händeler Beate Händeler sitzt seit 2022 imVorstand der Spar- kasse Hilden-Ratingen-Velbert. Bevor sie 2015 zu dem Institut stieß, arbeitete dieWirtschaftswissenschaftlerin imFirmenkundengeschäft und der Vermögensbetreuung mehrerer Sparkassen und der National-Bank. » Für die Mandats- lösungen kommen sehr regelmäßig auch verbundfremde Anbieter zum Zug. « Beate Händeler, Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert BANK & FONDS Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert | Beate Händeler + Matthias Gotschika 414 fondsprofessionell.de 4/2025 FOTO: © STEPHAN WIELAND FÜR FONDS PROFESSIONELL
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