FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025
Beteiligung an CTS Eventim, die wir bereits vor Corona aus Bewertungsgrün- den deutlich reduziert hatten. Mit Corona war klar, dass die Umsätze des Unter- nehmens nicht mehr gut planbar waren, sodass wir die Beteiligung verkauft haben. Heuser: Wie steuern Sie Liquidität undHäu- figkeit vonUmschichtungen imFonds? Wagner: Die durchschnittliche Cashquote in unserem Aktienfonds ist extrem nied- rig, zwischen zwei und sieben Prozent, und war nur während Corona minimal höher. Ein seriös aktiv gemanagter Fonds lebt davon, investiert zu sein. Deshalb ver- stecken wir uns nicht hinter hohen Kasse- ständen, sondern bleiben konsequent investiert, weil wir mit unserem Aktien- fonds bewusst kein verkappter Misch- fonds sein wollen. Und unsere Turnover Ratio ist ebenso äußerst gering. Ichmüsste lange nachdenken, um über einen Zeit- raum von zehn Jahren mehr als zehn voll- ständige Verkäufe benennen zu können. Glow: Und bei Themen wie Volatilität und Risikomanagement: Wie gehen Sie vor, um Schwankungenzubegegnen? Schmitt: Das Grundprinzip lässt sich auf HLQHQ EHUHLWV JHIDOOHQHQ %HJULȬ NRQGHQVLH- ren: Qualität. Daher ergibt sich die Fonds- volatilität gewissermaßen aus unserer Portfoliostruktur, aber nicht aus techni- schen Steuermechanismen oder spekula- tiven Absicherungen. Derartiges Markt- timing ist keine auf Dauer ausgerichtete Strategie. Wir setzen daher bewusst weder Derivate noch Wertpapierleihe ein. Kurzum: Wir sind keine Markt- und Makroprognostiker, wir sind Investoren. Wagner: Daher ist auch unser Risikoma- nagement bestimmt durch unsere Aus- ZDKO GHU 3RUWIROLRljUPHQ 'HQQ 8QWHU- QHKPHQ PLW VWUXNWXUHOO KRKHQ &DVKijRZ Margen und stabilen Geschäftsmodellen produzieren naturgemäß eben geringere Drawdowns. In den letzten Jahren hat sich das immer wieder an unseremMaximum Drawdown gezeigt: Während andere Fonds bei stärkeren Marktkorrekturen KÌXljJ ]ZHLVWHOOLJH 9HUOXVWH YHUEXFKHQ mussten, haben unsere Portfoliounter- QHKPHQ LP 6FKQLWW VLJQLljNDQW ZHQLJHU abgegeben. Heuser: Wie gehen Sie mit makroökonomi- schenThemenum–Inflation,Zinsen,Dollar? Schmitt: Auch unsere Firmen sind gegen makroökonomische Schwankungen natür- lich nicht immun, aber extrem wider- standsfähig. Gerade deshalb suchen wir 8QWHUQHKPHQ PLW JOREDOHU 'LYHUVLljND tion und Preissetzungsmacht, für deren Gewinnentwicklung es nicht darauf ankommt, ob die Zinsen gerade hoch oder niedrig sind oder ob die Konjunk- tur dahindümpelt oder auf vollen Touren läuft. In Bezug auf Inputkosten, Zölle oder Lieferketten ist entscheidend, ob solche Kosten an Kunden weitergegeben werden können. Unsere Firmen trotzen grosso modo vielenWidrigkeiten sehr gut – mit Preissetzungsmacht, mit Verbesse- rungen des Produktmixes, mit weiteren Anpassungen der Lieferketten und dem 6WUHEHQ QDFK PHKU (ȯ]LHQ] Heuser: SieerwähntenManagementqualität mehrfach–wiebeurteilenSiedieFührungs- kräfte IhrerPortfoliounternehmen? Schmitt: Das Management ist oft der ent- scheidende Faktor. Bei Microsoft war erst durch Satya Nadella eine Neuaufstellung möglich, die die Firma für uns investierbar gemacht hat. Das familiengeführte Luxus- unternehmen Hermès wiederum lebt von einer Kultur echter Wertschätzung – jeder Sattler wird im Grunde wie ein Star behandelt und spürt das auch pekuniär. So entsteht eine Unternehmenskultur, die sich » Unsere Firmen trotzen grosso modo vielen Widrigkeiten sehr gut – mit Preissetzungs- macht, Verbesserungen des Produktmixes, Anpassungen der Liefer- ketten und Streben nach mehr Effizienz. « Dirk Schmitt, Wagner & Florack 86 fondsprofessionell.de 4/2025 MARKT & STRATEGIE Fondsmanager im Kreuzverhör | Dominikus Wagner + Dirk Schmitt | Wagner & Florack FOTO: © CORNELIS GOLLHARDT FÜR FONDS PROFESSIONELL KREUZ VERHÖR
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