FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 4/2025

angefangen – ebenso wie andere heutige Größen der Branche. Ein gutes Beispiel ist der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Die einstigen Studienfreunde Bert Flossbach und Kurt von Storch trafen sich bei der Investmentbank Goldman Sachs in Frankfurt wieder – und gründe- ten ihr eigenes Unternehmen, das heute ein Vermögen in Höhe von rund 70 Mil- liarden Euro betreut. Verhandlungsmacht Trotz enormen Fleißes und herausra- gender Leistungen spielt bei solchen Erfolgsgeschichten auch ein weiterer Fak- tor eine gewisse Rolle. „Die großen Fonds- vertriebe sind auf Provisionen ausgerich- tet“, erläutert Wesselin Kruschev, Ban- ken- und Asset-Management-Experte der Unternehmensberatung Capco. Sprich: Wenn die Bestandsfolgeprovision stimmt, dann zeigt sich ein Vertriebsunternehmen RGHU HLQ %HUDWHUQHW]ZHUN RȬHQHU HLQHQ Fonds ins Sortiment aufzunehmen. Dementsprechend billigen Branchen- kenner den Vertriebskanälen eine erheb- liche Verhandlungsmacht zu. „Im Retail- vertrieb haben die Vermittler im Endef- fekt die volle Gewalt über die Provision. Sie diktieren die Preise“, meint Marktken- ner Kruschev. „Wenn die Vertriebe etwa ein Prozent Provision erhalten möchten, rechnet der Asset Manager dies zu den Kosten seiner Infrastruktur und seinem angestrebten Gewinn hinzu.“ *DQ] ÌKQOLFK EHVFKUHLEW 6WHȬHQ $KOHUV YRQ GHU 'DWHQ XQG 7HFKQRORJLHljUPD )(b)XQGLQIR PLW 6LW] LQ =ĞULFK GDV %UDQ- chengefüge. „Der Vertrieb läuft heute meistens über Fondsplattformen.“ Die =DKO GHU GLUHNWHQ 'LVWULEXWLRQVYHUWUÌJH habe demgegenüber abgenommen. „In der Folge verhandeln die Asset Manager mit Plattformen, die auf Milliardenbeträ- gen der Untervermittler sitzen und eine entsprechende Verhandlungsmacht aufge- baut haben“, erläutert Ahlers. „Die Unter- vermittler setzen wiederum auf diese Ver- handlungsmacht der Plattformen.“ Wol- len Fondsanbieter im Vertrieb reüssieren, müssen sie demnach das Spiel mitspielen. Ins Schaufenster Dieses Gefüge aufzubrechen, ist bislang kaum gelungen. Ein möglicher Ansatz- punkt könnte der Aufstieg börsengehan- delter Fonds (ETFs) sein, die Elemente des aktiven Managements umfassen. Diese XPVFKLȬHQ GLH NODVVLVFKHQ 9HUWULHEV strukturen. Die Anbieter zielen mit die- sen zunehmend auch auf Endkunden ł EHVRQGHUV DXI GLH GLJLWDODȯQH XQG ETF-gesinnte heranwachsende Investo- rengeneration. Bei digitalen Plattformen wie Neobanken und Brokern kommen » Banken und Ver- sicherungsgesellschaften dominieren nach wie vor den Fondsvertrieb in den meisten europäischen Ländern. « Thomas De fauw, Morningstar 96 fondsprofessionell.de 4/2025 MARKT & STRATEGIE Vermögensverwaltende Fonds FOTO: © MORNINGSTAR Allianz Income and Growth Mischfonds Euro ausgewogen – global Das Multimilliardenportfolio verbucht ein deutlichesMittelaufkommen, das nur teils von der Performance abhängt. * in%|** inMillionenEuro|Quelle:MorningstarDirect ’20 2021 2022 2023 2024 2025 -400 0 400 800 1.200 1.600 Mio. Euro -10 % -5 % 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 % Fonds-Performance* Kategorie-Performance* Nettomittelaufkommen** JPM Global Income Mischfonds Euro ausgewogen – global BeimSchwergewicht von J.P.MorganAMzeigen sicheher Parallelen zwischen Mittelaufkommen und Performance. * in%|** inMillionenEuro|Quelle:MorningstarDirect ’20 2021 2022 2023 2024 2025 -500 -400 -300 -200 -100 0 100 200 300 400 Mio. Euro -5 % 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % Fonds-Performance* Kategorie-Performance* Nettomittelaufkommen**

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