FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 3/2025

Der globale Strombedarf übertrifft alle Erwartungen. Jonathan Waghorn und Jordan Patel, Portfoliomanager bei Guinness Global Investors, wittern Investmentchancen. Diese sehen sie auch mit Blick auf das Thema Umweltressourcen. D er für seine konzentriertenHigh-Con- viction-Portfolios bekannte britische Asset Manager Guinness Global Investors hat ein neues „Überzeugungsprodukt“ aufgelegt. Jordan Patel, Manager des jun- gen Guinness Global Environment Fund, sieht im Sektor Umweltressourcen genü- gend etablierte Unternehmen, die sowohl Qualität als auch Wachstum versprechen – die unterdurchschnittliche Performance etlicher Fonds aus diesem Segment sei daher irritierend. Patel sucht nach Anbie- tern mit „konsequentem Nachfrage- druck“. Eine sehr hohe Nachfrage treibt momentan auch die Energiemärkte an. Wie künstliche Intelligenz (KI) da hinein- spielt, erklärt Jonathan Waghorn, Port- foliomanager der Guinness-Strategien Global Energy und Sustainable Energy. Herr Waghorn, die Energieversorgung ist einedergrößtenHerausforderungenunse- rer Zeit. Tech-Unternehmen investieren Hunderte Milliarden Dollar in KI, die ein Stromfresser ist. Wie ändert diese Techno- logiedenEnergiebedarf? Jonathan Waghorn: Natürlich steigt durch KI die Stromnachfrage. Wir reden aber JHQHUHOO YRQ HLQHU (OHNWULlj]LHUXQJ GHV (QHUJLHEHGDUIV (V JHKW XP GLH (OHNWULlj zierung der Industrie, des Verkehrs, der Gebäudetemperierung. Weltweit wächst der Energiebedarf um etwa zwei Prozent pro Jahr. Und dabei nimmt der Stroman- teil stark zu, von rund 30 auf etwa 60 Pro- zent bis zum Ende des Jahrzehnts. In der Vergangenheit kam das Nachfragewachs- tum vor allem aus den Schwellenländern. Jetzt sehen wir eine Verschiebung, auch weil die Industrieländer auf Rechenzen- tren und KI setzen. Die Lage verändert sich gerade sehr stark. Ein Beispiel: Next Era, ein großer US-Produzent von Strom aus erneuerbaren Energien und Gas, hat 2021 angenommen, dass der Strombedarf in den USA um zehn Terawattstunden pro Jahr steigt. 2025, vier Jahre später, lag die Erwartung bei 84 Terawattstunden. Eine dramatische Veränderung. Damit wir uns einBildmachen können:Wie sehr fallen Rechenzentren beim globalen Bedarf insGewicht? Waghorn: Global machen Rechenzentren vier Prozent des Strombedarfs bis 2030 aus. In den Vereinigten Staaten sind es wahrscheinlich eher um die zehn Prozent. Das Umfeld ist sehr dynamisch: Es gibt viele geplante Rechenzentren. Einige wer- den vielleicht nie gebaut werden, aber die Investitionen sind enorm. Hyperscaler (große IT-Speicherdienstleister, Anm. d. Red.) investieren derzeit ähnlich viel in KI- und Rechenzentruminfrastruktur wie die glo- bale Öl- und Gasindustrie in die Förde- rung und Exploration. Für uns sind aber *HEÌXGH ,QGXVWULH XQG GLH (OHNWULlj]LH - rung des Verkehrs wichtigere Faktoren. DurchwelcheTechnologienwirdderBedarf gedeckt, und wie positionieren Sie Ihren Energieaktienfonds indiesemUmfeld? Waghorn: Der Bedarf wird durch verschie- dene Technologien gedeckt werden müs- sen. Wir sehen uns an, wer diese Nachfrage am schnellsten erfüllen kann. Erneuerbare „Wir sind von erneuerbaren Energien überzeugt“ » Global machen Rechenzentren vier Prozent des Strom- bedarfs bis 2030 aus. « Jonathan Waghorn, Guinness Global Investors MARKT & STRATEGIE Jonathan Waghorn + Jordan Patel | Guinness Global Investors 140 fondsprofessionell.de 1/2026

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