FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

ren fünf Projekte zu realisieren. Alle wur- den aufgrund von Kostenüberschreitun- gen und enormer Komplexität eingestellt. Wir sehen also viele spannende Schlagzei- len, etwa dass Hyperscaler Kleinreaktoren- verträge für ihre Rechenzentrumsprojekte unterschreiben. Das sind aber Absichts- HUNOÌUXQJHQ 'LH 7HFKQRORJLH EHljQGHW sich noch in der Entwicklungsphase. Wir investieren hingegen in bewährte Tech- nologien mit einem klaren Kostenvorteil, also Solar- und Windenergie. Die EU will im Rahmen des Green Deals innerhalb einer Dekade eine Billion Euro investieren.DagabesZweifel,obdieseMittel tatsächlich wie geplant investiert werden können. Bringen diese politischenMaßnah- men tatsächlichspürbareBewegung inden Markt? Patel: Sicher gab es Zeiten, in denen man fantastische Schlagzeilen sah, wo aber dann Milliarden für die Energiewende LQ EHUHLWV H[LVWLHUHQGH .DQÌOH JHijRVVHQ sind, die keine zusätzlichen Investitionen bedeuteten. Wir sehen aber schon, dass Maßnahmen, bei denen es zweckgebun- dene Mittel gibt, direkt wirken. Etwa die Reform der deutschen Schuldenbremse. Diese Euro gehen an Unternehmen, in die wir investieren. Guinness hat soeben den Global Environ- ment Fund aufgelegt, der ebenfalls das ThemaEnergietangiert.Wiegrenztsichdas Produkt vondenbestehendenab? Patel: Wir investieren in die fünf Umwelt- ressourcen Abfall, Wasser, Lebensmittel, Land und Klima. BeimThema Klima gibt es gewisse Synergien mit unseren Aktivi- täten im Bereich nachhaltige Energie. Es handelt sich also um eine natürliche Erweiterung unserer Arbeit. Wir haben aber bei Guinness kein thematisches Pro- dukt, das genau diese fünf Endmärkte bedient. Generell erwarten wir in allen fünf Feldern, dass die Nachfrage dauer- haft das weit übersteigt, was die Natur bereitstellen kann. Wir sehen also eine Wachstumsdynamik, die deutlich über demMarktwachstum der nächsten 20, 30, 40 Jahre liegt. DasThemaRessourcengreifenauchandere Fondsauf.WieunterscheidenSiesich? Patel: Rund 80 Produkte bezeichnen sich als Umweltfonds oder investieren in min- destens eines der fünf Themen. Wir haben diese Fonds untersucht und zwei Muster festgestellt. Erstens haben sie die Quali- tätsanbieter oft komplett untergewichtet. Und zweitens haben viele wohl zyklisches Wachstum mit langfristigem, nachhalti- gem Wachstum verwechselt. Diese Pro- dukte entwickelten sich in den Jahren 2020 und 2021 wegen der hohen Bewer- tungen oft sehr gut. 2022 bis 2025 haben sie jedoch massiv unterdurchschnittlich abgeschnitten. Uns hat das irritiert: Wir sehen in diesem Bereich ungefähr 600 mögliche Firmen, und die haben in den OHW]WHQ -DKUHQ GHQ ,QGH[ ĞEHUWURȬHQ Wir haben daher einen anderen Rahmen aufgezogen, in demWachstumund Quali- tät möglich sind. Auf unserer Liste stehen 200 Unternehmen, die unserer Meinung nach diese beiden Kriterien erfüllen kön- nen. Das sind 20, 30 Jahre alte Unter- nehmen, deren Produkte im Bereich der Umweltressourcen wirtschaftlichen Wert IĞU (QGNXQGHQ VFKDȬHQ (V JLEW XQWHU den rund 80 konkurrierenden Fonds nur drei, die mehr als 60 Prozent ihres Kapi- tals in diese Unternehmen investieren. Wir machen hier also etwas ganz anderes. VielenDank für dasGespräch. EDITH HUMENBERGER-LACKNER FP » Wir sehen eine Wachstumsdynamik, die deutlich über dem Markt- wachstum der nächsten 20, 30, 40 Jahre liegt. « Jordan Patel, Guinness Global Investors KURZ-V I TA : Jordan Patel Jordan Patel ist Portfoliomanager des Guinness Global Environment Fund. Der studierteWirtschaftswissen- schaftler arbeitete vor seinemStart bei Guinness 2024 bei Federated Hermes als stellvertretender Fonds- manager für die Biodiversity-Equity-Strategie und als leitender Aktienanalyst beim Impact Opportunities Fund. Seine Karriere begann er bei Bernstein Research, vonwo er später zu Titan Capital Management wechselte. MARKT & STRATEGIE Jonathan Waghorn + Jordan Patel | Guinness Global Investors 142 fondsprofessionell.de 1/2026 FOTO: © GUINNESS GLOBAL INVESTORS

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