FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

Weiter hoch hinaus? Mit Bankaktien ließen sich in den letzten Jahren überragende Erträge erzielen. Dann fielen die hohen Zinsen als Treiber weg – und nun könnte auch das erhoffte Wirtschaftswachstumausbleiben. Ü berraschend gute Zahlen konnte vor einigenWochen Deutsche-Bank- Chef Christian Sewing vorlegen: Das größte deutsche Geldinstitut hat den Nettogewinn 2025 gegenüber dem Vor- jahr auf 7,1 Milliarden Euro mehr als ver- doppelt und dabei eine Kernkapitalren- dite von 10,3 Prozent erzielt. Die Börse EHORKQWH GDV ¶EHUWUHȬHQ GHU EDQNHLJHQHQ Ziele und der Markterwartungen den- noch mit einem Kursrückgang. Denn die Investoren sorgen sich um die künftige Entwicklung von Ertrag und Kosten. Was für die Deutsche Bank gilt, gilt auch für Bankbranche insgesamt: Nach mehreren erfolgreichen Jahren, in denen die Ban- NHQ YRU DOOHP YRQ KRKHQ =LQVHQ SURlj - tiert haben, verändert sich das Umfeld. Die Finanzbranche muss beweisen, dass sie ihre Ertragskraft weiterhin behaup- WHQ NDQQ 'HU ,UDQNRQijLNW GĞUIWH GDV schwieriger machen: Denn für die nächste Wachstumsstufe kommt es vor allem auf die Konjunktur an. Die Aktien von Banken haben seit Sep- tember 2022 eine herausragende Perfor- mance geliefert. Der Euro Stoxx Banken- index ist von rund 72 Punkten um etwa 240 Prozent auf mehr als 270 Zähler gestie- gen. Dabei haben europäische Bankaktien nicht nur den Euro Stoxx 50 mit 75 Pro- ]HQW .XUVJHZLQQ GHXWOLFK ĞEHUWURȬHQ VRQ - GHUQ VRJDU GLH Ľ0DJQLljFHQW 6HYHQĺ LQ GHQ Schatten gestellt. Seit Jahresanfang ist der Rallye etwas die Luft ausgegangen. Rund sieben Prozent lag der Sektorindex zuletzt hinter dem Gesamtmarkt zurück, nach Ausbruch des Irankriegs weitete sich der Rückstand noch einmal weiter aus. Trotz- dem sehen zahlreiche Experten weiteres Potenzial für den Finanzsektor – nicht nur bei klassischen Bankaktien, sondern auch im Fintech-Bereich und bei Bankanleihen. Rallye über mehrere Runden Ihren Siegeszug traten die Bankaktien 2022 von niedrigen Bewertungen und niedrigen Zinsen aus an. Dirk Becker, der bei Allianz Global Investors den Allianz Adiverba managt, sagt: „In den ersten Jahren der Rallye bis etwa 2024 sind die Kurse parallel zu den Gewinnerwartun- JHQ JHVWLHJHQĺ $OV GLH /HLW]LQVHQ GDQQ drehten, war das ein erster Stresstest, denn eigentlich sind niedrige Zinsen ein schlechtes Omen für die zinsabhängigen Bankengeschäfte. Doch es kam anders: Während die Euro-Leitzinsen sanken, tra- ten die Bewertungen als neue Treiber in den Vordergrund. „Erst als sich abzeichnete, dass die Ban- ken auch bei EZB-Leitzinsen unterhalb von vier Prozent weiter Gewinnwachstum erzielen und nicht auf die Eigenkapitalren- diteniveaus der Nullzinsphase zurückfal- len, haben sich die Bewertungskennzah- OHQ HUKĆKWĺ VDJW )RQGVPDQDJHU %HFNHU Die City of London gilt als Europas Finanzzentrum. Dort liefen die Geschäfte zuletzt eigentlich sehr erfreulich, genauwie in Frankfurt oder Paris. Die Zukunftsaussichten trübten sich zuletzt aber ein. » Solange wir eine steigende Gewinn- dynamik sehen, sollte sich die Outperformance fortsetzen. « Dirk Becker, Allianz Global Investors 186 fondsprofessionell.de 1/2026 MARKT & STRATEGIE Finanzbranche FOTO: © ZGPHOTOGRAPHY | STOCK.ADOBE.COM

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