FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

stücken, die für die Entwicklung von Datacenter-Projekten vorgesehen sind. Gehandelte Bestandsimmobilien kom- men auf rund 140 Millionen“, sagt Katja Caspers, Researcherin bei Colliers. Sie macht darauf aufmerksam, dass es sich in der Regel um recht große Grundstücke mit Flächen von mehr als fünf Hektar handelt. Diese Flächen sind zudem ver- gleichsweise teuer. „Der Höchstwert für Industrie und Logistik liegt in München bei etwa 600 Euro je Quadratmeter. Hingegen liegt der Quadratmeterpreis für drei Viertel der Flächen, die für Datacenter im Raum Berlin und Frankfurt erwor- ben wurden, oberhalb von 1.000 Euro. Wo Höchstwerte anderer Assetklassen aufhören, fangen Datacenter erst an“, sagt Caspers. Digitale Infrastruktur Bislang sind es vor allem Immobilienmarktbeobachter wie Colliers, die Daten zum Markt der Rechenzentren auf- bereiten. „Die Investition in Rechenzen- tren weist durchaus Merkmale eines klassischen Immobilieninvestments auf – insbesondere durch langfristige Mietver- WUÌJH SODQEDUH &DVKijRZV XQG KÌXljJ HLQH ,QijDWLRQVLQGH[LHUXQJĺ VDJW -HQV 6FKQHL - der, Portfoliomanager des Hanse Merkur Digital Infrastructure ELTIF (siehe auch die Rubrik „Sachwertradar“ auf Seite 252). Insgesamt entfallen jedoch rund drei Viertel der Investitionskosten auf IT- Equipment. „Damit liegt ein wesentlicher Teil des Technologierisikos beim Nutzer und nicht beim Investor“, sagt Schneider. Patrick Herger, Director Infrastructure Investments bei Swiss Life Asset Mana- gers, ergänzt: „Der Betreiber hingegen muss sich um den Stromanschluss, um Generatoren, also das energetische Back- up, und um den Internetanschluss küm- mern. Er stellt zudem das Personal für deren Unterhalt zur Verfügung. Kurz: Der Betreiber stellt die Infrastruktur zur Ver- fügung, damit der Hyperscaler dort seine Rechenkapazität aufbauen kann.“ Standortfaktoren Die Kriterien, die eine gute Lage bestimmen, sind für Datacenter andere als für Wohnungen oder Büros. Datenleitungsnetze, insbeson- dere mit Glasfaser, müssen gut ausgebaut sein, es muss ausreichend und dauerhaft Strom zur Verfügung stehen. Datacenter werden in der Regel in der Nähe von ande- ren Datacentern errichtet, dahinter steht die sogenannte horizontale Skalierung. Qua- OLlj]LHUWHV 3HUVRQDO VROOWH LQ der Nähe gut zu rekrutieren sein, und außerdem muss ein Baurecht für mehrgeschossige Objekte vorliegen. „Daraus lässt sich die klare Botschaft an den Markt ableiten, dass » Angesichts der geopolitischen Veränderungen ist der Cloud-Standort Deutschland in den Fokus gerückt. « Ralf Wintergerst, Bitkom fondsprofessionell.de 1/2026 233 FOTO: © MARC | HOLSTEIN I HAL-RE, COLLIERS Edge wächst am stärksten Entwicklung der Kapazitäten von Rechenzentren bis 2030 Auslagerung und zunehmende Dynamik sind die kennzeichnenden Entwicklungen für die Architektur von Rechenzentren. Quelle:Borderstep2025 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 2030 2025 2020 2015 2010 IT-Anschlussleistung in MW Prognose Traditionell Edge Cloud Peter Pohlschröder, German Datacenter Associa- tion: „ImMarkt der Rechenzentren verzeichnenwir ein jährliches Nachfragewachstumvon 14 Prozent.“ Katja Caspers, Colliers: „Aus den Faktoren lässt sich die klare Botschaft an denMarkt ableiten, dass digitale Infrastruktur Standortwerte neu definiert.“

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