FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

Vertrieb von A bis Z Das Geschäftsmodell der meisten Firmen lässt sich mit wenigen Worten beschreiben. Für die Frankfurter Gesellschaft Patriarch Multi-Manager braucht es einige mehr – ein Porträt. F onds wie Versicherungen werden bekanntlich verkauft statt gekauft. Hierzu braucht es Spezialisten, die die Finanzprodukte an den Mann respektive die Frau bringen. Zu diesen gehört die Frankfurter Gesellschaft Patriarch Multi- Manager, die nicht nur Fonds vertreibt, die sie selbst initiiert hat, son- dern auch Investmentpro- dukte anderer Anbieter. Hinzu kommt die Bera- tung von Fondsinitiatoren – ein Blick auf eine wand- lungsfähige Firma. Die Angebote resultie- ren aus der Geschichte des Unternehmens um Geschäftsführer Dirk Fischer, die als „Produktschmiede“ bekannt wurde: Patriarch wurde 2004 unter dem Dach der Angermayer, Brumm & Lange Group (ABL) gegrün- det, um die fondsgebundenen Ver- mögensverwaltungen (Fonds-VV) einer insolventen Gesellschaft aus dem Kon- glomerat der Firmengruppe um den Investor Christian Angermayer fortzu- führen (siehe auch Kasten nächste Seite). Die Produkte, in denen damals rund 40 Millionen Euro steckten, existieren noch heute unter Patriarch-Label (siehe zuletzt FONDS professionell 3/2025, Seite 310). Die ABL dagegen ist längst Geschichte. „Produktkonzepteure“ Im Vorfeld der Einführung der Abgel- tungsteuer 2009 erfolgte die Wandlung zum „Produktkonzepteur“. Damals wur- den thesaurierende Dachfonds interessant, da Gewinne aus den Verkäufen von vor 2009 erworbenen Fonds steuerfrei blei- ben sollten. Dirk Fischer, der 2007 inner- halb der ABL vom Maklerpool Jung, DMS & Cie. (JDC) als Geschäftsführer zu Patriarch stieß, und seine Kollegen nutzten die Gelegenheit – und initiierten drei Dachfonds und diverse Labelfonds für Dritte. Als Manager für die eigene Dachfondsfamilie konnten sie DJE Kapi- tal gewinnen. „Wir selbst sind keine Port- foliomanager, können aber Fondsstrate- gien analysieren und so den passenden Manager auswählen“, sagt Fischer. Bis 2014 folgten in Kooperation mit externen Managern weitere Fonds und Fonds-VVs, die freien Finanzvermittlern, Maklerpools und Vermögensverwaltern angeboten werden. Als Vergütung erhält Patriarch einen Teil der Verwaltungsgebühr. Hinzu kamen Lebenspolicen in Kooperation mit den Versicherern Prisma Life und Axa. Third Party Sales Seither hält sich Fischers Team PLW 1HXDXijDJHQ HLJHQHU 3UR - dukte zurück, im Fokus steht vielmehr der Vertrieb von Fonds anderer Gesellschaf- ten. „Als kleines Haus sind uns Qualität und Kun- denzufriedenheit stets das höchste Gut. Wir müssen aber dennoch Schwerpunkte dort set- zen, wo die Marktnach- frage besonders groß ist – und der Drittvertrieb ist aus Kundensicht derzeit einfach attraktiver“, gibt Fischer zu. » Wir sind oft Ratgeber für schwierige Kundenproblem- stellungen. « Dirk Fischer, Patriarch Multi-Manager 328 fondsprofessionell.de 1/2026 VERTRIEB & PRAXIS Patriarch Multi-Manager FOTO: © MARINA TERECHOV | FONDS PROFESSIONELL

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