FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

Geschäftsmodell und lege dieses dem Management nahe. „Der wichtigste Punkt des sogenannten Active Ownership ist, dass wir die Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit stupsen – und sie dabei noch besser positioniert sind als ihre Wett- bewerber.“ Crawshaw ergänzt, dass Abstimmungen bei Hauptversammlungen nur ein kleiner Teil des Impact Investing seien. „Wenn man nicht gerade zu den Branchenriesen wie Blackrock zählt, dann erzielt man mit seinen Stimmen nur einen geringen (LQijXVVĺ HUOÌXWHUW GHU 1DFKKDOWLJNHLWV experte. „Für Akteure unserer Größe stel- len Gespräche mit den Unternehmen ein viel bedeutenderes Werkzeug dar.“ Ansprache ausprobiert Um die Haltung der Vermögensver- waltungskunden zu diesen Engagement- Kampagnen auszuloten, probierte das Team mehrere Formate aus. So wurden zeitweise die Vermögensverwaltungsman- danten zu jedem einzelnen Antrag auf einer Hauptversammlung befragt. Doch das sei vielen Kunden als Übermaß an Information erschienen, berichtet Craw- shaw. Gut angekommen ist hingegen die Abfrage, welche Art von Engagement bei Unternehmen angegangen werden sollen. „Das werden wir wahrscheinlich wieder anbieten“, sagt Crawshaw. Allerdings ändert Inyova in Deutsch- land sein Geschäftsmodell von einer Vermögensverwaltung auf einen bör- sengehandelten Fonds (ETF). Dieser ließe sich leichter vermarkten. In der Schweiz hingegen bleibt das Vermögensverwal- tungsmodell bestehen. Bei einem ETF sind die Kunden allerdings nicht ganz so leicht und direkt ansprechbar wie bei einer Vermögensverwaltung. Somit scheint es hierzulande bei der Abfrage von Kundenwünschen bei Einzelfällen zu bleiben. SEBASTIAN ERTINGER FP 346 fondsprofessionell.de 1/2026 VERTRIEB & PRAXIS Stimmrechtsausübung FOTO: © STEPHAN VOGEL I INYOVA, STEPHAN VOGEL I INYOVA Je kleiner, desto präsenter Format der Hauptversammlungen Seit einer Gesetzesänderung imJahr 2022 sind Hauptversammlungen in Deutschland generell auch virtuell möglich. Zuvor galt lediglich eine Ausnahmeregelung. Besonders die großen Konzerne nutzen überwiegend die Option virtueller Treffen, kleinere bleiben eher Präsenzveranstaltungen treu. Quelle:DSWHV-Report2025 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 2025 2024 2023 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 2025 2024 2023 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 2025 2024 2023 Präsenz Virtuell Präsenz Virtuell Präsenz Virtuell Dax M-Dax S-Dax Tillmann Lang, Inyova: „Wir gehen keine Kompro- missemit Blick auf die Rendite ein, aber wir machen auch keine Kompromisse bei der Nachhaltigkeit.“ James Crawshaw, Inyova: „Wir treten nicht wie Umweltaktivisten auf. Der Punkt ist, dass wir die Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit stupsen.“

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