FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
relativ gering aus: Beim DWS Invest Top Dividend LDM sind es knapp 120 Millio- nen Euro, beimDWS Invest Global Infras- tructure LDM etwas über 60 Millionen Euro. Die LDM-Familie der DWS hat seit- her aber ordentlich Zuwachs bekommen. Heute bietet die Gesellschaft insgesamt 15 monatlich ausschüttende Fonds an, dar- unter sieben Aktienfonds und jeweils vier Misch- und Rentenfonds. Schon länger in diesem Segment unter- wegs ist Allianz Global Investors. Bereits im Jahr 2012 lancierte die Gesellschaft eine entsprechende Tranche ihres Flagg- VFKLȬV $OOLDQ] ,QFRPH DQG *URZWK damals in erster Linie für den asiatischen Markt, wo das Konzept regelmäßiger Aus- schüttungen schon seit Langem enormen Zuspruch erfährt. Offensive ImOktober 2024 stattete Allianz Global Investors dann eine ganze Reihe von in Deutschland vertriebenen Fonds mit monatlich ausschüttenden Anteilsklassen DXV YHUEXQGHQ PLW HLQHU 0DUNHWLQJRȬHQ sive unter dem Namen „Plan 12“. Und das durchaus erfolgreich: Bereits 1,15 Mil- liarden Euro habe der Asset Manager in Deutschland für die speziellen Tranchen einwerben können, erklärt dazu Alexan- dra Auer, Leiterin des Vertriebs in der EMEA-Region und Mitglied des Exeku- tivkomitees von Allianz Global Investors. Eine wichtige Zielgruppe seien Men- schen im Ruhestand: „Sie möchten zum einen ein regelmäßiges Einkommen aus ihrer Geldanlage erzielen, zum anderen ihr Erspartes aber nicht verzehren, weil sie etwas vererben möchten“, so Auer. Das Kapital soll entsprechend möglichst erhalten bleiben. „Auch bei Erwerbstäti- JHQ WUHȬHQ GLH QHXHQ $QWHLOVNODVVHQ auf großes Interesse“, betont Auer: „Sie betrachten die Ausschüttungen gewisser- maßen als Extra-Einkommen.“ Umstellung Seit Anfang vergangenen Jahres versu- chen auch kleinere Gesellschaften von der zunehmenden Nachfrage nach solchen /ĆVXQJHQ ]X SURljWLHUHQ 8QWHU GHQ HUV - ten war die Frankfurter Acatis, die bereits Ende Januar 2025 beim schon seit 2008 aktiven Acatis Value Event Fonds eine Anteilsklasse umgestellt hat. Eine monat- liche Ausschüttung von 0,5 Prozent des Nettoinventarwerts ergibt übers Jahr rund sechs Prozent Ausschüttungsrendite. Noch einen Tick früher dran war der Dachfondsspezialist Sauren. Die Kölner setzen bei ihrem Sauren Ruhestandsfonds durchaus bewusst auf das Thema Multi- Asset. Dass man speziell davon etwas ver- steht, hat das Team umGründer Eckhard Sauren schon mehrfach unter Beweis gestellt. Sowohl der defensiv ausgerichte- te Sauren Global Defensiv als auch der ausgewogen gemanagte Sauren Global Balanced konnten über die vergangenen fünf Jahre ihre relevanten Peers klar out- performen. Unter dem Aspekt Kapital- erhalt erscheint es daher fast folgerichtig, dass man für den Ruhestandsfonds eine 50/50-Mischung aus beiden Dachfonds als Basis gewählt hat, die in Bezug auf ihr 5HQGLWH 5LVLNR 3URljO JHZLVVHUPDĕHQ ]ZL - schen den beiden schon länger amMarkt aktiven Multi-Asset-Lösungen liegt. Die damals neu aufgelegte Anteilsklasse „0,3 FM“ des Sauren Ruhestandsfonds, der inzwischen bereits rund 70 Millio- nen Euro verwaltet, schüttet monatlich b3UR]HQW DQ GLH $QOHJHU DXV XQG VROO VR Vorsicht bei Fonds mit fester Ausschüttung Hohe Auszahlung heißt nicht hoher Ertrag: Ein fester Ausschüttungssatz von zum Beispiel fünf Prozent klingt nach attraktivem Einkommen, tatsächlich kann ein Teil der Zah- lung aber schlicht aus dem eingesetzten Kapi- tal stammen. Substanzverzehr statt Zinsen und Divi- denden: Reichen die laufenden Erträge nicht aus, muss der Fonds Wertpapiere verkaufen oder Reserven auflösen. Das schmälert die Substanz und damit die künftige Ertragskraft eines Investments. „Zweites Gehalt“ ist kein Garantie- schein: Regelmäßige Ausschüttungen wirken stabil, sind aber weder garantiert noch ein Schutz vor Kursverlusten. Auch ein Income- Fonds kanndeutlichanWert verlieren, während er weiter ausschüttet. Zinseszinseffekt geht verloren: WerAus- schüttungen nicht wieder anlegt, verzichtet auf den Zinseszinseffekt. Für den langfristigen Ver- mögensaufbausindthesaurierendeProdukteoft sinnvoller als „Einkommensmaschinen“. Komplexe Steuer und Transparenzlage: Für Anleger ist schwer erkennbar, welcher Teil der Ausschüttungechter Ertragundwelcher Teil Substanz ist. OhneBlick indieUnterlagenbleibt das Risiko, diewahre Rendite zu überschätzen. Nicht für jeden Anlegertyp geeignet: Solche Fonds passen eher zuAnlegernmit rea- lem laufendem Entnahmebedarf, nicht als ver- meintlich „sicherer Baustein“ für jedes Depot. 356 fondsprofessionell.de 1/2026 VERTRIEB & PRAXIS Income-Fonds FOTO: © ANGELA M. SCHLABITZ | ALLIANZ GLOBAL INVESTORS » Auch bei Erwerbs- tätigen treffen die neuen Anteilsklassen auf großes Interesse. « Alexandra Auer, Allianz Global Investors
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