FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
Unter den aktiven ausländischen Asset Managern würde ich uns damit in den Top drei sehen. Letztes Jahr sind wir glo- bal um über 350 auf insgesamt 4.200 Mil- liarden Dollar gewachsen. Das sind doch gute Zahlen. Weshalb publi- zierenSiedieseDatennicht imRahmender BVI-Statistik? (LQH 9HUĆȬHQWOLFKXQJ GHU =DKOHQ ZĞUGH HLQH $XIPHUNVDPNHLW HU]HXJHQ GLH KÌXljJ zu stark vereinfachten Schlussfolgerungen führt, die wir gern vermeiden möchten. Einzelne Ergebnisse werden dann entwe- der überhöht oder überkritisch beurteilt und spiegeln die tatsächliche Lage nicht angemessen wider. Die neuesten BVI-Zahlen zeigen durch eine genauere Erfassung der Depotbestände deutlich mehr ETFs – und damit die wach- sende Bedeutung passiver Strategien. Wie interpretierenSiedieseZahlen? Die veränderte BVI-Statistik zeigt vor allem, wie stark der ETF-Markt insge- samt gewachsen ist – speziell im passiven Bereich. Für uns bei J.P. Morgan Asset Management bestätigt das, dass ETFs heute ein zentrales Vehikel für Anleger sind – unabhängig davon, ob aktiv oder passiv gemanagt. J.P.MorgansprichtwenigüberpassiveETFs, ist aberMarktführer bei aktiven ETFs –wie erklärenSiediesePositionierung? Im stark umkämpften Markt klassischer kapitalisierungsgewichteter Standard-ETFs stehen wenige Anbieter mit enormen Ska- OHQHȬHNWHQ 'RUW VLQG GLH 0DUJHQ QLHGULJ XQG GLH 'LȬHUHQ]LHUXQJVPĆJOLFKNHLWHQ begrenzt. Wir konzentrieren uns daher bewusst auf Bereiche, in denen wir unsere globale Research-Plattform und aktive Investmentexpertise einbringen können – insbesondere bei aktiven ETFs und inno- vativen, regelbasierten Strategien. WiestarksindSie imBereichaktiverETFs? Wir liegen in Europa bei einemMarktan- teil von rund 50 Prozent und haben im vierten Quartal letzten Jahres die globale Marktführerschaft bei aktiven ETFs über- nommen. Auf europäischer Ebene verwal- ten wir rund 45 Milliarden Euro. FürchtenSienichtumIhreWettbewerbsposi- tion, da immer mehr Anbieter diese kleine Nische besetzen und Sie gleichzeitig den TrendzupassivenETFsverpassen? Ich bin immer ein Fan davon, wenn Märkte kompetitiver werden. Ein wach- sender Markt mit vernünftigem Markt- anteil ist mir lieber als ein Nischenmarkt. Und ja, es werden mehr Wettbewerber kommen. Die wesentliche Frage ist: Hat jemand die Portfoliomanagement- kapazität, nachhaltig Mehrertrag zu lie- fern? Wenn ein Anbieter das Problem hat, Alpha im SICAV zu liefern, warum sollte er es im ETF können? Das heißt aber nicht, dass passive Lösungen für uns keine Rolle spielen. Sie sind wichtige Bausteine in Portfolios. Unser Wachstum und unsere Marktführerschaft sehen wir jedoch vor allem dort, wo wir einen kla- renMehrwert liefern können – und das ist im Segment der aktiven ETFs. Und IhrHauskanndiesesAlpha liefern? Wir können historisch zeigen, dass es möglich ist, mit kontrollierten Risiko- budgets dauerhaft – nach Kosten – 50 bis 100 Basispunkte mehr als der jeweilige Index zu erbringen. Das ist über lange =HLWUÌXPH HLQ GUDPDWLVFKHU 0HKUZHUW Unsere Größe ist dabei ein strategischer Vorteil: Sie erlaubt Stabilität und sichert die Kapazität, in Research, Risikomanage- ment und Technologie zu investieren. Dennoch wächst das Geschäft mit passi- venETFsstärker und istwesentlichgrößer. Passive ETFs haben wesentlich dazu bei- getragen, dass sich ein wachsender Teil der Bevölkerung als Selbstentscheider mit kapitalmarktbasierter Geldanlage beschäf- WLJW ZRYRQ GLH JHVDPWH %UDQFKH SURljWLHUW Und wir natürlich auch – und das gleich in doppelter Hinsicht: Die Mehrheit unse- UHU =XijĞVVH LQ DNWLYH (7)V NRPPW YRQ » Ich sehe bei Neobanken eine zunehmende Offenheit, auch über Subadvisory- Angebote für aktive ETFs nachzudenken. « VERTRIEB & PRAXIS Christoph Bergweiler | J.P. Morgan Asset Management 380 fondsprofessionell.de 1/2026 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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