FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026

aus dem Wertpapierhandel abhängig – und die können stark schwanken. Bei den Neobrokern wiederum schneidet das ein- gangs erwähnte PFOF-Verbot ins Fleisch. „Aus diesem Anpassungsdruck heraus stehen die Broker vor der Frage, welche Erlösquellen ihnen noch zur Verfügung stehen“, sagt Eckner. „Ein eigener ETF ist unter der Kundschaft der Broker leicht zu vermarkten und daher eine sehr nahelie- gende Option“, führt der Branchenken- ner aus. Zudemwürden die Verwaltungs- gebühren eines ETFs beständige laufende Einnahmen bescheren und nicht nur einmalige zyklische Erträge wie die Order- entgelte. Regelmäßige Einnahmen Eine Kooperation mit etablierten ETF- +ÌXVHUQ HUĆȬQHW GD HLQHQ $XVZHJ „Für die Broker erscheint es sinnvoll, EHVWHKHQGH 6NDOHQHȬHNWH ]X QXW]HQĺ meint Eckner. „Sie können sich von den Servicegesellschaften praktisch ein fertiges Auto in die Garage stellen lassen.“ So hat der Münchner Robo-Advisor und Neobroker Scalable Capital zusam- men mit Xtrackers, der ETF-Sparte der Deutsche-Bank-Tochter DWS, ein Produkt auf den MSCI All Country World Index aufgelegt. Finanzen.net Zero kooperiert mit dem franzö- sischen Fondsriesen Amundi für einen MSCI-World-ETF. Die Commerzbank-Tochter Comdirect wiederum startete mit State Street ein Vehi- kel auf den S&P All World Index. Dieser wird um Small und Mid Caps ergänzt, die HLQHQ 4XDOLWÌWVljOWHU GXUFK - laufen müssen. Zudem ist das Gewicht großer Aktien begrenzt. Ľ'LH $XijDJH YRQ (7)V zusammen mit den Anbietern stellt für Broker einen logi- schen Schritt in ihrer Entwick- lung dar“, sagt Christian Dierssen, Partner bei der Unternehmensberatung Capco. „Sie werden zumOne-Stop-Shop, bei dem alles erhältlich ist.“ Mit dem Start eige- ner ETFs komplettierten die Broker ihre Angebotspalette. „Bei einigen Häusern stehen Investoren im Hintergrund, die Wachstumsziele sehen wollen“, erläutert Dierssen. „Mit solchen Schritten bekom- men die Investoren eine Vision gezeigt.“ Doch werden die Produktpartner hohe Einnahmen erzielen? Immerhin tobt im passiven Asset Management ein Preis- kampf. Nur mit hohem Volumen lassen sich Gewinne erwirtschaften. Ein Blick auf die Gebühren der Neulinge bringt noch keine eindeutigen Ergebnisse. Geringer Spielraum So weist der als Feeder angelegte ETF von Amundi und Finanzen.net eine Ver- waltungsgebühr von 0,12 Prozent aus – so viel wie der Stammfonds von Amundi auf den MSCI World. Das Scalable-Xtrackers- Vehikel setzt die Verwaltungsgebühr bis Juni komplett aus, danach klettert sie auf 0,17 Prozent. ZumVergleich: Andere Pro- dukte auf den MSCI All Country Index rangieren in einer Spanne zwischen 0,06 und 0,45 Prozent. Der State-Street-Com- direct-Fonds reiht sich mit 0,4 Prozent am oberen Ende ein. Bei dem Produkt wird allerdings wie erwähnt der Index PRGLlj]LHUW (LQHQ ZHLWHUHQ .RVWHQIDNWRU IĞU $QOHJHU VWHOOW GLH 'LȬHUHQ] ]ZLVFKHQ An- und Verkaufskursen dar – oder umge- kehrt eine Monetarisierungsmöglichkeit für Broker mit angeschlosse- nem Handelsgeschäft. Angesichts solcher Kenn- zahlen meint Capco-Mann Dierssen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bro- ker allein über die Produkt- gebühren große Einnahmen erzielen werden. Der Schritt ist wahrscheinlich eher ein Marketing-Stunt.“ Eigene ETFs stellen für die Finanz- dienstleister seiner Meinung nach eher eine Chance zum Cross-Selling dar. „Die Bro- ker können die ETFs günstig anbieten und über ihre Platt- form skalieren“, so Dierssen. 404 fondsprofessionell.de 1/2026 BANK & FONDS ETF-Geschäft FOTO: © KPMG LAW In der Wachstumsphase Marktzahlen europäischer ETFs Börsengehandelte Fonds haben in den vergangenen Jahren immer mehr Zuspruch erfahren. NurETFs,keineETCsoderETNs|Quelle:LSEGLipper 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 Anzahl Verwaltetes Vermögen in Mrd. Euro Mrd. Euro » Sie können sich von den Servicegesellschaften ein fertiges Auto in die Garage stellen lassen. « David Eckner, Chartered Investment

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