FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
Depot in Eigen leistung Die Bankenwelt setzt auf Beratung , um Privatpersonen zum Kapitalmarktsparen zu bewegen. Doch manche Akteure meinen, dass Anleger sich durchaus selbst auf dem Parkett zurechtfinden. K omplizierte Zusammenhänge, gepaart mit Kauderwelsch – diese Kombination schreckt viele Menschen von der Geldanlage an den Kapitalmärk- ten ab. Sie scheuen daher entweder gänz- lich den Gang aufs Parkett – oder wagen diesen Schritt nur, wenn sie ein Berater an die Hand nimmt. Doch bedarf es für Börsenneulinge wirklich immer einer Beratung, etwa durch eine Bank, die Men- schen mit den Finanzmärkten vertraut macht? Manche Akteure meinen: Nein. Einer davon ist Markus Köppl. Der Mitgründer der V-Bank hat die Finanzbil- GXQJVljUPD (LJHQPDQGDW JHVWDUWHW 'DPLW möchte er Privatpersonen oder Unterneh- men das Rüstzeug an die Hand geben, um selbst zu investieren. Bei den Firmen steht die Altersvorsorge der Mitarbeiter im Vordergrund. Er will aber auchWege auf- zeigen, wie ein Betriebsvermögen struktu- riert werden kann. „Für das Gros der Menschen bedeutet der erste Schritt in die Geldanlage, zu ver- stehen, dass die Kapitalmärkte gar nicht so schwierig sind“, erläutert der ehemalige Bankier. „Es geht letztendlich nur darum, zu erfassen, welchen Anlagehorizont man hat und welches Risiko man einzugehen bereit ist.“ Damit könne jeder Mensch selbst ein gutes Portfolio strukturieren. Dann gehe es im Grunde nur darum, GLH HLQPDO JHWURȬHQH (QWVFKHLGXQJ DXFK langfristig und diszipliniert durchzuhal- ten. Die grundlegenden Prinzipien wür- den die meistenMenschen in einer halben Stunde verstehen. „Ich gebe keine Produktempfehlungen oder Musterportfolios“, betont Köppl. „Mir geht es darum, den Menschen die Befähigung zu verleihen, sich selbst mit der Geldanlage auseinanderzusetzen.“ Sein Ziel sei es, dass Sparer die Verantwor- tung für ihren Vermögensaufbau selbst übernehmen. Mit einfachen Produkten, die jedem Privatanleger zugänglich seien, ließe sich bei praktisch jeder Bank selbst- ständig ein Portfolio erstellen. Nie ganz ohne Beratung Zu den Verfechtern einfacher Produkte wie Indexfonds zählt auch der ehemalige Bankier Gerd Kommer. Mit seiner Rat- geberserie hat er ein großes Publikum erreicht und in den sozialen Netzwerken eine Fangemeinde aufgebaut. Die Bücher richten sich in erster Linie an Selbstent- scheider. Daneben initiierte er einen bör- sengehandelten Fonds (ETF), der auf sei- ner Philosophie aufsetzt. Doch selbst der Bestsellerautor Kommer meint, dass Beratung in Finanzfragen nach wie vor eine große Rolle einnehmen wird. So hat er auch eine Vermögens- verwaltung gestartet. „Der Großteil der Bevölkerung, sei es in Deutschland, Groß- britannien oder in den USA, wird niemals Bei der Renovierung selbst Hand anlegen: Während viele Hobby- handwerker hemmungslos im Haus herumbasteln, wagt sich nur eineMinderheit ohne begleitende Betreuung in die Börsenwelt vor. » Mir geht es darum, den Menschen die Befähigung zu verleihen, sich selbst mit der Geldanlage auseinanderzusetzen. « Markus Köppl, Eigenmandat 408 fondsprofessionell.de 1/2026 BANK & FONDS Selbstentscheider FOTO: © KERKEZZ | STOCK.ADOBE.COM
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